Das Schweigen der Motoren und der Protest reißt nicht ab: Die Formel-1-Motoren klingen in der neuen Saison anders als früher und nicht jedem gefällt das. Sie sind etwas leiser geworden - und vor allem: tiefer. Eine Klanganalyse.

Musikwissenschaftler Hartmut Fladt erklärt uns erstmal die musikalischen Grundlagen. Wenn Formel 1-Wagen schnell an uns vorbeifahren, wirken akustisch:

  1. Die Relation von Drehzahl und Tonhöhe:
    Heißt: Je höher die Drehzahl der Motoren, desto höher und lauter der Sound.
  2. Der "Doppler-Effekt“ der wandernden Schallquelle:
    Dieser nach dem Physiker Christian Doppler benannte Effekt bewirkt bei sich nähernder Schallquelle ein Ansteigen der Tonhöhe und der Lautstärke, bei sich entfernender Schallquelle ein Absteigen und Leiser werden.

Wenn Drehzahl und Doppler-Effekt zusammenkommen...

Hartmut Fladt vergleicht den alten Formel 1-Sound mit einem Streichquartett von Béla Bartók.
"Die allmählich sich höher oder tiefer verschiebende Drehzahl und der Doppler-Effekt, die entsprechen in der Musik dem „glissando“, dem Gleitton."

In der alten Formel 1 war dieser "Glissando-Effekt" besonders krass - fast schon ein "Killer-Effekt", sagt Hartmut Fladt. Auch in der aktuellen Formel 1 lässt sich dieser Effekt noch beobachten und er ist immer noch laut.

Vom aggressiven Kreischen zum sonoren Brummeln

Aber: Durch die neuen Motoren weicht das aggressive Kreischen der Höchst-Drehzahl von früher nun einem eher sonoren Lärm.

Musikwissenschaftler Hartmut Fladt zum neuen Sound der Formel 1
"Der Doppler-Effekt bleibt, wandert aber aus dem Sopran-Register in den Bariton-Bereich abwärts."