Offene Beziehung? Nicht in unserer Firma! Wie tolerant sind Arbeitgeber wirklich, wenn es um das Liebes- und Sexleben der Mitarbeitenden geht? Wir checken die Rechtslage und lassen Menschen zu Wort kommen, die wegen ihres Sex- und Liebeslebens Ärger auf der Arbeit haben.

"Spontan, lustvoll, trans*, offene Beziehung auf der Suche nach Sex. All genders welcome." Mit diesem Profiltext hat die Soldatin Anastasia Biefang nach Dates gesucht – zu viel für ihre Arbeitgeberin, die Bundeswehr.

"Ich kam gerade aus Afghanistan, habe meine Profile aktualisiert – dann rief mich mein General an und meinte: 'Das geht gar nicht!'"
Anastasia Biefang, Soldatin der Bundeswehr

Sie hat dafür von ihren Vorgesetzten einen Verweis bekommen, der vom Bundesverwaltungsgericht bestätigt wurde. In Eine Stunde Liebe erzählt die Trans-Soldatin die ganze Geschichte und warum sie jetzt bis vors Bundesverfassungsgericht ziehen will.

Stress in der Kita und in der Agentur

Michael und Tim Overdick drehen nebenberuflich als Creators Pornos für die Plattform Onlyfans. Das hat beiden in ihren Hauptberufen jede Menge Ärger eingebracht, sodass sie die Arbeitgeber gewechselt haben.

"Du machst ja deinen normalen Job nicht schlechter, weil du nebenher im Pornobusiness bist. Das verstehen viele leider nicht."
Michael Overdick, Onlyfans-Creator und Pornodarsteller

Wo Firmen mitreden dürfen und wo nicht, erklärt Nathalie Oberthür, Fachanwältin für Arbeits- und Sozialrecht.

Privatleben ist privat

Grundsätzlich dürfen Firmen in Deutschland Mitarbeitenden keine Regeln fürs Privatleben auferlegen – es gibt allerdings ein paar Ausnahmen, zum Beispiel für Vorgesetzte und Mitarbeitende, die stark in der Öffentlichkeit stehen.

Liebestagebuch

Im Liebestagebuch berichtet Rieke (Name geändert) von einem Abend mit einem Arbeitskollegen, der in einigen Punkten anders lief als geplant.