4000 Kilometer in 8 Tagen bei minus 50 Grad. Michael von Hassel ist mit einem Lada durch Sibirien gefahren. Andere fahren eben nach Mallorca, sagt der Fotograf.

Den 4000-Kilometer-Roadtrip durch Sibirien, von Irkutsk am Baikalsee bis Jurjung-Chaja, hat Michael von Hassel zusammen mit seinem Freund Kolja Spöri unternommen. Der Autor hatte ihn gefragt, ob er nicht mit wolle. Daraufhin ließ sich Michael von Hassel ein Stück Isomatte in den Hosenboden seiner Thermohose einnähen und es ging los.

Unterwegs auf der nördlichsten Straße der Welt

So dick eingepackt in Jacken und Mützen, sahen sie aus wie Astronauten, erinnert sich Michael von Hassel. Ihre Stiefel schützten bis minus 70 Grad. 

Thomas von Hassel und Kolja Spöri mit dem Lada unterwegs in Sibirien
© Michael von Hassel
Michael von Hassel und Kolja Spöri mit dem Lada unterwegs durch Sibirien.

Alle fünf bis sechshundert Kilometer kehrten sie in ein kleines Hüttchen ein, erzählt Michael von Hassel. Dort gab es dann Gulaschsuppe oder ein Borschtsch zum Aufwärmen: "Überhaupt waren alle Begegnungen auf der Reise richtig nett. Die Leute waren unfassbar freundlich."

"Ich habe mir eine Isomatte in die Hose einnähen lassen, weil man sitzt da die ganze Zeit auf seinem Hintern und da wird’s echt kalt von unten."
Michael von Hassel

Mit dabei war ein ehemaliger russischer Elitesoldat, der auch als Simultanübersetzer aushalf. Er sprach Englisch und sicherte das Überleben, so Michael von Hassel. Die Reise hat sich für den Fotograf gelohnt, obwohl er nur sehr wenig Bilder gemacht hat. Beeindruckt hat ihn die Erfahrung der unendlichen Weite und der Monotonie: " Immer, immer, immer geradeaus."

"Ich habe sehr wenig fotografiert. Die Kamera ist immer wieder eingefroren. Der zweite Grund ist: es sieht einfach immer gleich aus."
Michael von Hassel

Michael von Hassel hat das Reisefieber gepackt. Dabei stehen für ihn nicht die Fotos im Vordergrund, sondern Orte, die nicht so alltäglich sind.