Politiker sprechen eine fremde Sprache - sagen Jugendliche. Sie wissen meist auch nicht, mit welchen Dingen sich Politiker beschäftigen oder wie ihr Alltag aussieht. Genauso wenig können sie mit politischer Berichterstattung anfangen.

Ist die junge Generation für politische Themen und klassische Nachrichtensendungen verloren? Damit befassten sich Fachleute auf der Konferenz unseres Senders "Formate des Politischen - Medien und Politik im Wandel" in Berlin. Die Sozialforscherin Silke Borgstedt machte klar, dass die junge Generation politische Nachrichten in TV und auch online so gut wie nicht beachten.

"Die Jugendlichen teilen uns mit, das ist irgend etwas, das auf einem fremden Planeten in einer fremden Sprache stattfindet."

Dazu hat sie eine Umfrage durchgeführt, in der Äußerungen wie diese festgehalten wurden:

"Ich kümmere mich halt nicht so viel um die Gesellschaft, weil die kümmern sich ja jetzt nicht auch so um mich."
Jugendlicher aus der Sinus-Studie

Auch Henry Kruse von der RTL-Medienforschung weist darauf hin, dass die junge Generation keineswegs vom Fernsehen zu den Online-News abgewandert sei. Denn dort tauchten die Teens als User nicht signifikant auf. 

"Jugendliche operieren mit einem eigenen Newsbegriff, der mit dem älterer Leute kaum etwas gemein hat."

Die anschließende Diskussion brachte zu Tage, dass es in der Theorie zwar zahlreiche Möglichkeiten gibt, jungen Menschen Nachrichten näher zu bringen, dass der Königsweg dorthin jedoch keinesfalls gefunden ist.

Mehr zum Thema:

Podcast zur Sendung
  • Hörsaal
  • Moderator: Hans-Jürgen Bartsch
  • Vortragende: : Silke Borgstedt, Sozialforscherin; Henry Kruse, RTL-Medienforscher
  • Diskussionsteilnehmer:: Sophie Burkhardt, stv. Geschäftsführerin Jugendangebot ARD/ZDF; Matthias Walter, Nachrichtenchef RTL II
  • Gesprächsleitung: Thomas Lückerath, Medienmagazin dwdl.de