So sieht Deutschland aus, so sehen Leute aus, die einen bestimmten Beruf haben, so inszenieren sich Paare. 1971 und heute. Nadine Preiß und Damian Zimmermann haben uns ihren neuen Bildband mitgebracht.

Heute steht man viel enger zueinander. Im wahrsten Sinne des Wortes. Das haben die Fotografen Nadine Preiß und Damian Zimmermann erlebt. Für ihr Fotoprojekt haben sie 250 Paare fotografiert. Einfach so. Sie durften anziehen, was sie wollten und sich geben, wie sie wollten. Keine Vorgaben außer, dass es keine Vorgaben gab.

Inspiriert wurden die beiden Fotografen, die selbst ein Paar sind, durch ein Projekt der Fotografin Beate Rose. Sie hatte 1971 genau denselben Ansatz. "Früher war das distanzierter und vorsichtiger", erklärt Nadine Preiß. "Die Paare stehen nicht so eng umschlungen da. Irgendwie wirken sie aber auch selbstständiger zueinander."

"Früher eher schick und seriös. Bei uns möglichst locker, leger und bloß nicht zu ernst. Zwei Paare kamen barfuß und in kurzen Hosen."
Damian Zimmermann

Wie sich die Gesellschaft mit Fotografie auseinandersetzt, sieht man auch daran wie sich die Menschen vor der Kamera geben. Heute sind Fotos überall, es gibt Handys und Smartphones und Bilder werden hochgeladen. Früher gab es eher selten die Situation fotografiert zu werden. Die Leute sind zum Fotografen gegangen, um sich mal abbilden zu lassen. Dieses Foto musste dann Jahre für den Kamin oder den Nachtisch herhalten.

Gesellschaft und Fotografie

Viele kamen gar nicht gut damit klar, nicht "gestaged", also angeleitet zu werden. Ein Paar blieb Nadine Preiß und Damian Zimmermann deshalb besonders in Erinnerung. Ein Schauspieler und eine Theaterregisseurin um die 40. "Die beiden wussten genau, wie man sich inszeniert, haben es aber ertragen einfach nur dazustehen."

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