Die #FragNestlé-Kampagne löste einen veritablen Shitstorm aus. Doch die PR-Kampagne des Lebensmittelkonzerns ging nur vermeintlich nach hinten los.

Ein kurzer Aufruf via Twitter und schon ging es rund: Unter #FragNestlé prasselten binnen 24 Stunden 4000 Tweets auf das Social Media Team des Unternehmens ein. Da der Konzern schon seit Jahren wegen Umweltschutz und Arbeitsbedingungen in der Kritik steht, waren die Fragen der User erwartungsgemäß vorwiegend kritisch:

  • Warum seid Ihr nicht so ehrlich und schreibt auf Eure Produkte “Kann Spuren von Kinderarbeit und Privatisierungswahn enthalten“?
  • Warum wird das Wasser vom trockensten Kontinent nach Europa verkauft, anstatt es den Menschen dort zu lassen? Und so weiter...

Der Shitstorm ließ also nicht lange auf sich warten und auf den ersten Blick war die Aktion ein Eigentor - ein "PR-Desaster", urteilte zum Beispiel meedia.de. Andere Experten wiederum sehen das anders, denn: Nestlé war offenbar extrem gut vorbereitet. Mehr als 1400 Antworten hätten die Mitarbeiter der PR-Abteilung in 24 Stunden gegeben, sagt DRadio-Wissen-Netzautor Andreas Noll - und so auch den Gegenargumenten auf die Angriffe der User eine weite Verbreitung verschafft.

Dieser Shitstorm sei geplant gewesen, erklärte denn auch der Vize-Chef der Nestlé-Unternehmenskommunikation im Interview mit der Berliner Morgenpost. Ein kluger Schachzug, findet Fach-Blogger und Social-Media-Berater Jan Firsching. Er kommt auf Futurebiz zu dem Ergebnis: "Mit der Aktion #FragNestlé wird versucht, Dialogbereitschaft und eigene Aussagen zu den Kritikpunkten zu verbreiten und das funktioniert auch."

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