Es gibt Ebooks und Mailsignaturen, in denen steht: "Don't print this email unless you need it". Aber gibt es das wirklich, das papierlose Büro? Pascal Fischer hat sich in Frankfurt auf die Suche gemacht.

1967 warb IBM für elektronische Schreibmaschinen und Computer mit Bildern von riesigen Blätterbergen. Heute, fast 40 Jahre später, haben wir zwar alle Computer, drucken aber trotzdem noch ständig irgendetwas aus. Allerdings gibt es mittlerweile Unternehmen, die darauf achten, dass sie weniger Papier verschwenden. Dazu gehört die Commerzbank in Frankfurt. Sie druckt weder Gehaltsabrechnungen, noch den Pressespiegel, noch die Mitarbeiterzeitung aus. Damit spart das Unternehmen jeden Monat rund 250.000 Blatt Papier.

Ein Drucker für viele Mitarbeiter

Zusätzlich macht das Unternehmen seinen Mitarbeitern das Drucken so unangenehm wie möglich: pro Etage gibt es nur noch einen Drucker, auf dem sich die Kollegen aufwendig einloggen müssen.

Papier zählt in der Verlagsbranche

Anders ist das bei dem Frankfurter S. Fischer Verlag. Der Verlag veröffentlicht zwar E-Books - aber nur im Nebensegment. Wenn es um Neuerscheinungen geht, ist der S. Fischer Verlag allerdings digital unterwegs: Die Kollegen aus dem Vertrieb und dem Marketing bekommen die Neuerscheinungen nur noch digital; die Lektoren lesen unbekannte Texte für die erste Einschätzung meist auf dem Tablet. Wenn es aber um das Lektorat und den Druck geht, dann ist Papier die erste Wahl, sagt Oliver Vogel, Leiter des deutschsprachigen Programms.

"In dem Moment, in dem es wirklich darum geht, den Text wirklich langsam und ernsthaft und genau zu lesen, arbeite ich nach wie vor auf Papier."
Oliver Vogel, S. Fischer Verlag