In Frankreich soll bald gesetzlich geregelt werden, in welchem Zeitraum Mitarbeiter von Unternehmen per E-Mail erreichbar sein müssen. Damit sollen vor allem Mails nach Feierabend deutlich eingeschränkt werden.

Das neue Gesetz in Frankreich sieht vor, dass alle Firmen mit mehr als 50 Angestellten Verhaltensregeln aufstellen sollen, die festlegen, wann die Mitarbeiter auf E-Mails reagieren müssen und wann eben nicht. Werden diese Zeiträume nicht eingehalten, gibt es zwar keine Strafen, aber die französischen Politiker wollen eben ein Zeichen setzen gegen das ständige On-Sein.

Sie zitieren Studien, nach denen der Arbeitsstress immer weiter zunimmt. Der Abgeordnete Benoit Hamon hat gesagt, dass die Angestellten zwar physisch ihr Büro verlassen, aber die Arbeit halt nicht. So wie ein Hund liegen sie an der elektronischen Leine des Arbeitgebers, sagt Benoit. Letztlich könne dieser Stress, der nie aufhört, zum Burn-out führen.

E-Mail-Killer gegen den Stress

Obwohl es in den meisten Jobs keine Verpflichtung gibt, ständig die E-Mails zu checken, können viele die Finger trotzdem nicht vom Smartphone lassen. Oft kommunizieren Kollegen auch nach der Arbeit noch in Whatsapp-Gruppen. Vielen macht das auch gar nichts aus, aber Experten sind sich einig, dass man einfach Ruhepausen braucht, um weiter kreativ zu sein. Wer ständig kommuniziert, schaltet aber nicht ab.

Mails werden automatisch gelöscht

Einige Firmen haben deshalb auch schon Instrumente entwickelt, die die Mitarbeiter vor sich selber schützen. In Deutschland gibt es zum Beispiel bei Daimler einen E-Mail-Killer für den Urlaub. Das Tool schickt automatisch eine Abwesenheitsmail und löscht dann die Mail aus dem Posteingang. Wenn man dann wiederkommt, ist das Postfach angenehm leer.

Eine Versicherung aus den USA geht sogar so weit, ihren Angestellten einen Schlafmonitor mit nach Hause zu geben. Wenn die Mitarbeiter 20 Tage am Stück gut schlafen, zahlt das Unternehmen einen Bonus.

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