Taucher haben vor der Côte d'Azur, 40 Meter unter der Wasseroberfläche, Weinflaschen gelagert. Winzer und Weinexperten wollen wissen, wie gut die Lagerung im kühlen Meerwasser funktioniert und ob sie die Tropfen veredelt.

Ein Jahr lang wurden die Flaschen auf dem Meeresboden gelagert. Jetzt wird getestet, was dieser besondere Lagerort mit dem Wein gemacht hat. Möglicherweise veredelt die Lagerung im Meer den Tropfen. Dafür sprechen Funde alter Weine, die Taucher aus Schiffswracks geborgen haben - die waren hunderte Jahre alt. Und die Menschen, die sie probiert haben, fanden sie sehr gut.

Die Lagerung im Meer ist besonders gut, weil sie die Säure des Weins bewahrt.

"Da unten ist es auf jeden Fall feucht, es ist dunkel und die Temperaturen sind konstant."
Konstantin Baum, Master of Wine

Vor allem die konstante Temperatur spielt bei der Weinlagerung eine große Rolle. Wenn sich die Temperatur der Flaschen häufig ändert, dann verändert sich jedes mal auch das Volumen des Weins: Wenn es kühl ist, zieht sich das Wasser im Wein zusammen, wenn es warm ist, dehnt es sich aus. Dabei wird jeweils Sauerstoff in die Flasche gezogen oder wieder herausgedrückt. Und das ist nicht gut für die Reifung des Weins, beziehungsweise kann der Winzer sie dann weniger gut kontrollieren. Dieses Problem fällt unter Wasser weg.

Dass französische Winzer ihre Weine jetzt massenhaft im Meer versenken - damit ist nicht zu rechnen. Das Verfahren ist einfach viel zu aufwendig und teuer.

"Man muss auch irgendwie drankommen: Wenn man abends mal eine Flasche Wein aufmachen will, dann will man ja nicht in den See springen."
Konstantin Baum, Master of Wine

Konstantin Baum, Master of Wine, hat keine Lust ins Meer oder in den See zu springen, um eine Flasche Wein zu öffnen. Er sagt: "Eigentlich geht nichts über den Keller. Und so machen es auch die meisten Winzer, die reifen ihre Weine in ihrem Keller."