Seit zwei Jahren herrscht Bürgerkrieg im Jemen. Der Blogger Hisham al-Omeisy berichtete immer wieder über die katastrophale Situation. Am 14. August verschwand er. Mitten am Tag wurde der 38-Jährige aus seinem Haus verschleppt.

In Jemen kämpft die Regierung, die von Saudi-Arabien unterstützt wird, gegen Huthi-Rebellen. Es ist schwierig, einen Überblick über die Lage zu bekommen, sagt Carsten Kühntopp, ARD-Korrespondent für Nahost. Medienleute aus dem Ausland werden kaum ins Land gelassen und jemenitische Journalisten sowie Blogger werden bedroht.

Hisham al-Omeisy ist ein jemenitischer Blogger. Er ist 38 Jahre alt, Familienvater und kommt aus einer wohlhabenden Familie. Er nutzte die sozialen Medien, um über die Situation in seinem Land zu berichten - auf Arabisch und Englisch. Er kommentierte, analysierte und schilderte, was der Krieg für die Jemeniten bedeutet.

Hisham al-Omeisy lebt in Sanaa, der Hauptstadt des Jemens, mit rund 2,5 Millionen Einwohnern. Die Stadt ist in der Hand der Huthi-Rebellen. Am 14. August wurde der Blogger aus seinem Haus in Sanaa verschleppt. 

Zwei Tage zuvor setzte er noch folgenden Tweet ab:

Der Blogger war seit 2011, nach dem Arabischen Frühling, zu einer wichtigen Persönlichkeit der jemenitischen Zivilgesellschaft geworden, sagt Kühntopp.

Menschenrechtsorganisationen fordern seine Freilassung

Amnesty International sowie Human Rights Watch fordern, dass Hisham al-Omeisy freigelassen wird. Die Menschenrechtsorganisationen gehen davon aus, dass bewaffnete Huthi-Milizionäre den Blogger verschleppt haben. Im Netz kursiert der Hashtag #FreeHisham.

Die Huthi-Rebellen sollen, so Carsten Kühntopp, in den Regionen, die sie kontrollieren, immer wieder gegen Journalisten und auch politische Aktivisten vorgehen. Dieser Vorwurf wird auch von Human Rights Watch erhoben.

Berichten ist kaum möglich

Auch für deutsche Journalisten ist eine differenzierte Analyse kaum möglich. "Wo kriege ich eine Erlaubnis, wenn ich zu den Huthi-Rebellen will? Und wie komme ich hin?", sagt Carsten Kühntopp. "Der Flughafen von Sanaa ist gesperrt." Ebenso schwierig ist es, in den Süden des Jemens zu kommen. Dieser Teil des Landes ist unter Kontrolle der international anerkannten Regierung mit Sitz in Aden. Auch dort werden Visa ungern erteilt, es kann Monate dauern bis Journalisten einreisen dürfen.

Hisham al-Omeisy im Video bei der BBC "Guess My Country":