Pegida, Legida. Und In Freital demonstrieren angeblich "ganz normale" Leute gegen ein Flüchtlingsheim. Was ist da los in Sachsen? Wir haben Sebastian Krumbiegel gefragt. Der Sänger aus Leipzig engagiert sich seit Jahren gegen rechts.

"Natürlich ist das irgendwie ein sächsisches Problem", sagt Sebastian Krumbiegel. Er habe sich jahrelang an den Demonstrationen gegen Nazi-Aufmärsche zum Jahrestag der Bombardierung der Stadt am 12. und 13. Februar beteiligt. "Wir haben versucht, das zu blockieren und wir bekamen verhältnismäßig wenig Rückenwind von der Stadt Dresden und der Landesregierung." Es wurde versäumt, den Dingen, die jetzt zum Vorschein kommen, klar entgegenzutreten.

Ein ostdeutsches Phänomen?

Der Umgang mit den Protestierenden ist kompliziert, findet Krumbiegel: "Man kann nicht zehntausend Leuten sagen: Ihr seid Rassisten oder Nazis. Das wäre am Ziel vorbei. Man muss den Leuten schon klar sagen, dass sie solchen Leuten hinterherrennen."

"Ich kann keine Rassisten tolerieren und ich kann nicht so tun als ob das alles nur besorgte Bürger sind."
Sebastian Krumbiegel, Musiker

Nur: Woher kommt dieser Hass? Und ist das ein ostdeutsches Phänomen? Sebastian Krumbiegel ist der Meinung, dass es im Osten Deutschlands wenig Erfahrung im Umgang mit Ausländern gebe. "In Stuttgart oder Mannheim oder Köln oder auch in Berlin-Neukölln ist der Ausländeranteil viel höher und es gibt einen anderen Umgang damit, der organisch gewachsen ist."

"Die Welt wächst zusammen"

Grundsätzlich findet Sebastian Krumbiegel, dass man auch mit den Menschen reden muss, die in Freital demonstrieren. Und dass Probleme angesprochen werden: "Ich werde immer wieder mit Aussagen konfrontiert wie: `Du mit deinem Multi-Kulti-Scheiß, das ist ja total blauäugig´. Fakt ist, dass wenn verschiedene Kulturen aufeinandertreffen es auch Probleme gibt. Darüber muss man reden." Die konkreten Ereignisse in Sachsen erklärt er mit Versäumnissen der Landesregierung: "Wenn am rechten Rand gefischt wird, dann kriegt man solche Ergebnisse."