Ihr seid verabredet, fühlt euch aber so gar nicht nach Gesellschaft. Die Couch und die neue Serie sind zu verlockend. Was also tun? Das Treffen absagen, oder überwinden und hingehen?

Vielleicht war die Woche anstrengend, das Wetter ist schlecht, oder man fühlt sich gerade einfach nicht nach Gesellschaft und Smalltalk. Blöd, wenn man an solchen Tagen eine Verabredung hat und vor der Frage steht: Soll ich einfach absagen? So kurz vor knapp? 

Alles Egoisten?

Getan hat es wahrscheinlich jeder von uns schon - oder bei Freunden selbst erlebt. Sind wir egoistischer geworden, wenn wir Freitagsabends die Couch der Verabredung mit Freunden vorziehen?

Der Psychologe Benedikt Borck sagt: Egoistisch waren wir immer schon – aber selbstbestimmter sind wir geworden. Und da entscheiden wir immer mehr selbst, wonach uns im Beruf oder in der Freizeit gerade ist.

Werden wir unverbindlicher?

Und das Gefühl, irgendwie unverbindlicher zu werden, kommt auch daher, weil es viel einfacher geworden ist, die Verabredung abzusagen. Eine Nachricht bei Whatsapp und zack, weiß der Gegenüber, dass er den Abend alleine verbringen wird.

Ein schlechtes Gewissen müssen wir deshalb nicht zwangsläufig haben, sagt der Philosophie-Professor Dieter Birnbacher. Er findet: Auch das Sofa ist okay. Denn: "Das Leben ist eine Abfolge von Spannungen und Entspannungen. Nur Entspannung wäre genauso falsch wie dauerhafte Anspannung." Allerdings muss jeder selbst entscheiden, was er davon gerade braucht.

Trotzdem kann es natürlich ganz schön ätzend für den Freund oder die Freundin sein, wenn er oder sie kurzfristig versetzt wird. 

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"Wie immer ist es auch eine Frage des Maßes. Wenn ich also laufend Verabredungen absage, beschädigt das natürlich die Freundschaft."
Psychologe Benedikt Borck

Der Psychologe Benedikt Borck rät deshalb abzuwägen: "Ob ich dieses Mal vielleicht sage: Eigentlich wäre ich jetzt lieber auf der Couch, aber mein Freund braucht mich gerade und deshalb krieg ich dann vielleicht mein Hinterteil auch hoch."

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