Ende Oktober 312 begegnen sich die Truppen des späteren Kaisers Konstantin und seines Widersachers Marcus Aurelius Valerius Maxentius an der Milvischen Brücke - vor den Toren Roms. Konstantin gewinnt diese entscheidende Schlacht um die Macht im Römischen Reich.

In den folgenden Jahren festigt Konstantin seine Macht und lässt die alte Stadt Byzanz als zweite Resident neben Rom ausbauen und mit seinem Namen schmücken: Konstantinopel, das heutige Istanbul. 

Abgesehen von seinen militärischen Erfolgen und der Stabilisierung des Römischen Reichs sorgte Konstantin dafür, dass das Christentum eine vom Staat geschützte Religion wurde. 381 wurde das Christentum nach dem Konzil von Konstantinopel offiziell zur Staatsreligion erklärt.

Ein Christogramm als Mosaik
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Das Konstantinische Kreuz - auch Chi-Rho oder Christogramm genannt - ist seit dem 2. Jh. nach Christus ein christliches Symbol.

Konstantinische Wende

Anlass dieser Christianisierung des Römischen Reichs war angeblich ein Zeichen am Himmel, das Konstantin vor der Schlacht an der Milvischen Brücke gesehen haben will: das Chi Ro - auch Christusmonogramm. Die beiden übereinander geschriebenen griechischen Buchstaben Χ und Ρ, die Anfangsbuchstaben des Wortes Christós. 

Der Bischof und Kirchenschriftsteller Eusebius von Caesarea berichtet in der Biographie Kaiser Konstantins von einem Traum, in dem Christus dem Kaiser erklärt habe, dass er das Zeichen gegen seine Feinde einsetzen soll: "Unter diesem Zeichen sollst Du siegen." Daraufhin habe Konstantin befohlen, das Christusmonogram auf seinen Feldzeichen anzubringen. 

Was ihr noch in Eine Stunde History hört:

  • Wolfgang Kuhoff, Professor für Alte Geschichte an der Universität Augsburg, beschreibt den späteren Kaiser Konstantin und dessen Verhältnis zu den verschiedenen Religionen im Römischen Reich
  • Karin Piepenbrink, Professorin für Alte Geschichte an der Justus-Liebig-Universität Gießen, schildert die Entwicklung des Christentums nach der "konstantinischen Wende"
  • Andreas Main, Journalist, beleuchtet das heutige Verhältnis von Kirche und Staat
  • Deutschlandfunk-Nova-Geschichtsexperte Matthias von Hellfeld über den Zustand des Römischen Reichs im 3. und 4. Jahrhundert nach Christus