Ein Umzug, der Jobeinstieg nach der Uni, Familienplanung: Es gibt vieles, was eine Freundschaft zerrütten kann - ganz plötzlich oder nach und nach. In der Ab 21 besprechen wir, wieso das passiert und was man dagegen machen kann.

Sarah, Christine und Christiane sind sehr gute Freundinnen. Sie teilen alles miteinander – bis Sarahs Schwangerschaft die Beziehung auf die Probe stellte. Seitdem ist es anders zwischen ihnen.

Wie verändern neue Erfahrungen die Freundschaft?

Julia Hahmann forscht zu Freundschaften im Wandel. Die Soziologin sagt: Freundschaften sind besonders dann haltbar, wenn sie einen Lebensabschnitt, wie etwa die Kindheit, repräsentieren – oder wenn die Freundin nicht so stark im Alltag präsent ist. Warum Brüche in Freundschaften wichtig sind und wie man Beziehungen pflegt, hört ihr im Podcast.

Fakten zu Freundschaften

  • Freundschaften spielen eine große Rolle dabei, ob wir glücklich sind. Je älter wir werden, desto wichtiger werden Freundschaften auch für die Gesundheit – so wichtig, dass sie die Bedeutung von Familienbeziehungen übersteigen, so die Studie eines amerikanischen Wissenschaftlers, in welcher der Psychologe Daten zu Beziehungen von knapp 280.000 Menschen analysierte.
  • Über die Jahre ändert sich die Anzahl unserer guten Freundschaften. Forschende haben mithilfe von Telefondaten sogar eine Generationen-Kurve erstellen können, in der die durchschnittliche Anzahl an Freundschaften ablesbar ist: In unseren Zwanzigern sind wir am beliebtesten und unsere Anzahl an sozialen Kontakten steigt kontinuierlich auf monatlich etwa 20 Personen. Danach nimmt das persönliche Netzwerk aber immer weiter ab: Sind es in den Dreißigern noch etwa 15 Menschen, mit denen man regelmäßig kommuniziert, werden es bis zum 50. Lebensjahr nur noch etwa 13. Das hat auch etwas mit der Oberflächlichkeit beziehungsweise Tiefe der Freundschaften zu tun.
  • Einer der wichtigsten Faktoren bei der Entstehung von Freundschaften ist tatsächlich die physische Nähe. Das hat ein Mainzer Psychologieprofessor mit einem Experiment in seinem Hörsaal herausgefunden: Per Zufallsprinzip wies er Studienanfängerinnen ihren Platz in der Vorlesung zu. Ein Jahr später hatten die Studierenden stärkere Freundschaften zu denjenigen, neben denen sie in der ersten Veranstaltung saßen, als mit Kommilitoninnen, die anderswo Platz genommen hatten.