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Sie sind mitten in der Stadt, bieten Ruhe und sind Zuhause für zahlreiche Bäume und Pflanzen: Friedhöfe. Trotzdem werden sie nur selten genutzt. Eine Stiftung aus Berlin will das ändern. Sie findet, das Potential der städtischen Ruheoasen könnte besser genutzt werden - zum Beispiel indem dort Radwege verlegt werden.

Einen Kaffee trinken, über die Wege schlendern, mit dem Rad durchfahren - all das dürften eher wenige Menschen mit einem Aufenthalt auf einem Friedhof verbinden. Warum eigentlich nicht, findet hingegen die Stiftung Zukunft Berlin. Schließlich bringen Friedhöfe einige Faktoren mit, die sie zu ausgesprochen vielseitigen Orten machen könnten.

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Die Initiative schlägt vor, bestimmte Friedhöfe in Kreuzberg, im sogenannten Dragoner-Areal, besser zu erschließen. Zum Beispiel sollen Radwege durch die Friedhöfe führen oder ältere Verwaltungsgebäude für Gastronomie genutzt werden.

"Wir haben innerhalb der Stadt keinen Quadratmeter zu verschenken. Gerade Friedhöfe, die ja mitten in Berlin liegen, haben gewissermaßen von sich aus mehr Funktionen, als nur Begräbnisstätten zu sein."
Volker Hassemer, Vorsitzender "Stiftung Zukunft Berlin"

Für den Vorsitzenden der Stiftung Volker Hassemer eignen sich Friedhöfe für sehr viel mehr als nur zu Begräbnisstätten. Sie sind grün bewachsen, haben einen kulturellen Wert und liegen in direkter Nachbarschaft zu den Menschen.

Sollen nicht mit Parks gleichgesetzt werden

Dennoch geht es der Initiative nicht darum, Friedhöfe all ihrer Ruhe zu berauben. Sie sollen keine zusätzlichen Parks oder Grünflächen für Picknicks werden. Friedhöfe vielfältiger zu nutzen bedeutet für die Initiative nicht, sie zu Partyzonen zu erklären.

"Es findet tatsächlich ein kleiner Paradigmenwechsel im Umgang mit Friedhöfen statt. Aber es geht nicht gegen sie, sondern darum, überhaupt ihren Wert zu erkennen.“
Volker Hassemer, Vorsitzender "Stiftung Zukunft Berlin"
Noch befinden sich die Planungen der Initiative in einem sehr frühen Stadium. Inwiefern sich also mehr Menschen und zusätzliche Nutzungsangebote auf die Ruhe auswirken, lässt sich noch nicht sagen.

Unser Deutschlandfunk-Nova-Reporter Martin Schütz findet: Es wird ein schmaler Grad zwischen einem respektvollem Umgang mit diesem Ort und Menschen, die dort trauern möchten und jenen, die dort Kaffee trinken oder mit dem Rad durchfahren.

Wichtige Rückzugsorte für Tiere und Pflanzen

Kritik kommt außerdem von Naturschutzverbänden. Ansgar Polozcek vom Nabu betont, dass die Friedhöfe innerhalb der Städte, wichtige Rückzugsorte für viele Vögel und Pflanzen sind, die in anderen städtischen Grünanlagen nicht mehr vorkommen.

Die Befürchtung: mehr Menschen und mehr Krach, weniger Tiere und Pflanzen. Doch dass die Friedhöfe bald zu neuen Parks werden und riesige Menschenansammlungen anlocken, glaubt unser Reporter nicht. Doch Friedhöfe behutsam zu öffnen und vielseitiger zu nutzen, kann auch er sich vorstellen.