Statt dem Hardcore-Fußballfan kommen zur Fußball-WM der Frauen eher die Familien. Sonst herrscht ganz normale Fußball-Atmosphäre. Die Fifa pflastert die Stadien mit Werbung zu, es gibt Essen und Fanartikel zu kaufen. Nur ein hoher Sieg will nicht richtig ins Bild passen.

Das ist eine schöne Fußball-Atmosphäre in Kanada bei der Fußball-WM der Frauen, findet unsere Reporterin Martina Knief. Wenn Kanada spielt, seien die Stadien sowieso immer ausverkauft, bei Deutschland waren es gegen die Elfenbeinküste mit 21.000 Zuschauern eine Auslastung von mehr als 90 Prozent.

Einige Länder bringen prominente Unterstützung mit. Für die USA ist Tom Hanks ein Promi-Fan, Kanada wird höchstpersönlich vom Premierminister Stephen Harper unterstützt, Deutschland von Dirk Nowitzki. Auch sonst herrscht eine ziemlich normale Fußball-Atmosphäre. Die Fifa hat sehr präsent die Hauptsponsoren platziert, an Ständen werden Essen und Fanartikel verkauft. Nur das Publikum ist etwas anders: Statt dem Fußballfan, der jede Woche im Stadion zu finden ist, kommen eher Familien.

10:0 nicht gut für den Frauenfußball

Das 10:0 von Deutschland gegen die Elfenbeinküste hat die deutschen Spielerinnen gefreut, sagt DRadio-Wissen-Reporterin Martina Knief. Allerdings wüssten sie und die anderen Spielerinnen auch: Gut für den Frauenfußball insgesamt war das nicht. Denn eigentlich will man ja ein hohes Spielniveau bieten und nach außen kommunizieren. Da passt ein zweistelliger Sieg nicht wirklich ins Bild.

Dass in Deutschland der Frauenfußball gerne mit dem der Männer verglichen wird, passiert in Nordamerika viel seltener. Hier hat der Männerfußball eine geringere Bedeutung und keine so lange Tradition wie in Europa. Hier steht der Frauenfußball für sich. So wünscht sich das auch Martina Knief: Steffi Graf hätte sich früher schließlich auch nicht mit Boris Becker oder Michael Stich gemessen.