Alles vergessen. Christoph Kramer steht im WM-Finale. Doch dann prallt der Mittelfeldspieler mit seinem Kopf mit voller Wucht gegen die Schulter des Argentiniers Ezequiel Garay. Kramer muss später mit Verdacht auf Gehirnerschütterung den Rasen verlassen. Nach dem Sieg des deutschen Teams weiß er nicht mehr viel vom Spiel. Nur, dass er Weltmeister ist und die Oma grüßen will.

Experten kritisieren schon länger, dass Fußballspieler nach einer Kopfverletzung nicht komplett durchgecheckt werden. Im Zweifel stehen die Spieler kurze Zeit nach dem Unfall wieder auf dem Feld. Und meistens wollen die Spieler selbst auch weitermachen.

Folgeschäden durch Gehirnerschütterungen

Dabei sind Gehirnerschütterungen unterschiedlich heftig. Bei harten Schlägen gegen den Kopf oder bei einem Sturz stößt das Gehirn gegen die Schädeldecke. Ist die Verletzung leicht, dann bleibt es in der Regel bei einer kurzen Gedächtnislücke. Ist sie schwerer, kann das Hirn tatsächlich verletzt werden. Das kann auch zu Folgeschäden führen, zum Beispiel wenn es sogar zu Blutungen im Kopf kommt.

Beim Rugby bleibt mehr Zeit für das Untersuchen

Eine gründliche Untersuchung setzt eine Röntgenuntersuchung oder eine Computertomografie voraus. Aber der Teamarzt kann den Kopf auch abtasten, um eine Schädelverletzung auszuschließen. Doch die Frage ist, ob im Stress eines Spiels, wie zum Beispiel dem WM-Finale genug Zeit für eine gründliche Untersuchung bleibt. Im Moment wird in erster Linie mit dem Spieler gesprochen.

Kritiker empfehlen einen Blick auf die Regeln beim Rugby. Da kann für einen Verletzten so lange ein Auswechselspieler rein, bis er wieder auf dem Damm ist. Damit bleibt mehr Zeit für eine Untersuchung.