1,8 Millionen Geflüchtete leben aktuell in Deutschland. Die meisten von ihnen kamen 2015 und 2016. Wie geht es ihnen heute in Deutschland? Ein Blick auf die Zahlen.

Im Jahr 2015 sind 477.000 Menschen nach ihrer Flucht in Deutschland angekommen. Ein Jahr später waren es 746.000 Geflüchtete. Ab August 2016 gehen die Zahlen der Neuankommenden in Deutschland ganz massiv zurück.

Voriges Jahr waren es 166.000. "Wir sind damit unter dem Durchschnittswert der 90er-Jahre", sagt Gudula Geuther aus unserem Hauptstadtstudio. Der Hauptgrund dafür: der Pakt der Europäischen Union mit der Türkei, der rigorosen Maßnahmen auf den griechischen Inseln inklusive.

Was sich aber seit 2016 kaum geändert hat, sind die Herkunftsstaaten, aus denen die Menschen vor allem fliehen. Das sind Syrien, Irak und Afghanistan. Inzwischen ist allerdings auch die Türkei zu einem der Top-Länder geworden, aus denen Menschen nach Deutschland fliehen.

Integration in die Arbeitswelt funktioniert relativ gut

Die große Frage aber ist: Was machen die Geflüchteten nun in Deutschland, haben die Menschen Arbeit gefunden? Da gab es schon 2015 verschiedene Vorstellungen. "Am Anfang war viel von den syrischen Ärzten die Rede", erinnert Gudula Geuther. "Das war das viel zu positive Szenario."

Schlecht lief die Integration in den Arbeitsmarkt aber nicht, jedenfalls im Vergleich mit früheren Erfahrungen mit Geflüchteten. Als Beispiel nennt die Hauptstadtjournalistin die Menschen, die während des Jugoslawien-Kriegs in den 90er-Jahren nach Deutschland kamen. "Gemessen daran ist die Integration in den Arbeitsmarkt viel, viel besser gelungen", so Gudula Geuther.

Voriges Jahr haben 34 Prozent der Menschen aus Syrien, Irak und Afghanistan in Deutschland einen Job gehabt. Das sind sechs Prozentpunkte mehr als noch 2018. "Die Hälfte der Beschäftigten ist als Fachkraft tätig", sagt Geuther. "Also nicht als Hilfsarbeiter."

"In Berlin haben Menschen jahrelang in Turnhallen gewohnt, aber diese Art von Notunterkünften gibt es nicht mehr."
Gudula Geuther, Hauptstadtstudio

Auch die Lage bei den Notunterkünften hat sich gebessert, zumindest etwas. "In Berlin haben Menschen jahrelang in Turnhallen gewohnt, aber diese Art von Notunterkünften gibt es nicht mehr", sagt Gudula Geuther. "Aber die Situation ist immer noch schwierig."

Denn Flüchtlingsunterkünfte sind nicht für Menschen gedacht, die den Status als "anerkannte Flüchtlinge" haben. Das heißt, sie müssen auf dem allgemeinen Wohnungsmarkt konkurrieren und haben dort schlechtere Chancen als andere.

Kosten: Grob geschätzt 23 Milliarden Euro für 2018

Wie teuer die Integration der Geflüchteten in Deutschland bisher war, ist nicht so ganz klar. "Die Gesamtsumme ist schwer zu berechnen und eine genaue Statistik gibt es nicht", erklärt Gudula Geuther. Es sind auf vielen verschiedenen Ebenen Kosten entstanden: Bund, Länder, Kommunen, bei Privatleuten und so weiter.

Nach einer Berechnung des Handelsblatts für das Jahr 2018 lagen die Kosten vom Bund ohne Justiz, Grenzkontrollen und so weiter bei 23 Milliarden Euro. "Da sind aber die Schulkosten und vieles mehr noch nicht dabei", sagt Gudula Geuther. So kann es nur eine Annäherung an die realen Kosten sein.