Sommer, Matsch und Musik: Alle sind bei Festivals 2022 ein bisschen mehr on fire, findet Jule. Das ist bei Stefan auch so. Er hat aber ein Terminproblem.

Sie hat sich nicht geschont: Fünf Wochen und vier Festivals, das sei auch für sie eine harte Nummer, sagt die Musikjournalistin Jule Kaden. "Ich bin nach jedem Wochenende richtig krass im Sack." Der Festival-Sommer 2022 habe es in sich. Grundsätzlich habe sie aber in dieser Saison nach den Lockdown-Sommern ein etwas höheres Energielevel. Da tue es auch keinen Abbruch, dass manche Festivals nicht ausverkauft sind.

So schlimm diese Konzert- und Festivalpause für das Business und die Fans auch war: "Die Leute sind mehr on fire, auch die Bands", findet Jule. Sie, die Dixie-Klos hasst, war sogar dafür ein bisschen dankbar: "Ich saß auf der Brille. Ich hab's desinfiziert."

Tickets als Problem

Manche Leute kommen trotz der Pause nicht zu Shows, denn mit Tickets sei es in diesem Konzert- und Festivalsommer ein bisschen speziell, findet Jule. Viele hätten vergessen, dass sie überhaupt Tickets gekauft haben. Manche gingen wegen Corona nicht zu großen Veranstaltungen und andere wiederum hätten für ein Wochenende mehrere Festivalkarten.

"Ganz viele Bands haben unter Corona gelitten, wenn sie jetzt nicht gerade eine Adele und Harry Styles sind."
Jule Kaden, Musikjournalistin und Moderatorin

So waren beispielsweise weder das Melt noch das Orange Blossom Spezial dieses Jahr ausverkauft. Das Orange Blossom Spezial ist ein eher kleines Festival, das Menschen aller Altersgruppen besuchen. Jule war dort und sagt: "Das ist ein komplettes Entdeckerfestival. Es ist immer alles nur gut."

Jules aktuelles Motto für Festivals ist: Keine Termine und leicht einen sitzen. Das Gefühl findet sie passt zum Festivalbesuch. Sie geht zu den Acts, die sie unbedingt sehen will und lässt sich dazwischen gerne ein bisschen treiben. Merchandising kauft sie ohne Gnade. Am Wochenende steht für sie das Full Force an. Jule freut sich schon: "Da will ich schon hin, seit ich 16 bin."

Terminprobleme durch Corona-Verschiebungen

2010 war Stefan das erste Mal beim Melt-Festival und ist dann immer wieder hin, wenn es denn stattgefunden hat. 2019 zum letzten Mal. Dieses Jahr hatte er aber das Problem, das Jule beschrieben hat: Er hatte ein Ticket für das Melt und eines für eine Show von Teddy Teclebrhan und sagt: "Das ist genau gecrasht mit dem Termin des Melt." Er entschied sich für die Show des Comedians gegangen.

Normalerweise sind sie eine Gruppe von gut zehn Leuten, die gemeinsam zum Melt gehen. Stefans Festivalequipment lagert bei seinen Eltern im ehemaligen Kinderzimmer. Dazu gehört ein großes Zelt, eine riesige Matratze und ein Spannbettlaken.

"Es ist mehr oder weniger ein richtiges Bett, was ich aufbaue. Ich reise immer am Donnerstag an, baue mehrere Zelte auf."
Stefan, über seine Festivalroutine

Üblicherweise findet das Melt am dritten Juliwochenende statt, in diesem Jahr ist es auf Juni vorgezogen worden. Außerdem habe Stefan das Line Up 2022 nicht so umgehauen und einige aus seiner Gruppe hätten abgesagt. Sein Ticket wurde er nicht mehr los – auch wenn er weniger als den Einkaufspreis dafür verlangt habe. Das Melt wird er 2023 wieder besuchen, sagt er.

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