Im Fußball bahnt sich der größte Deal der Transfergeschichte an. Für 222 Millionen Euro könnte Brasiliens Superstar Neymar den Verein wechseln. Der Poker um die besten Spieler nimmt immer surrealere Dimensionen an.

Der aktuelle Transfersommer hat einige Mega-Ablösesummen zu bieten. Kyle Walker wechselt für 56 bis 60 Millionen Euro von Tottenham Hotspur zu Manchester City und wird damit der teuerste Abwehrspieler aller Zeiten. Der Stürmer Alvaro Morata soll für rund 80 Millionen Euro vom FC Chelsea verpflichtet werden – er wäre damit der teuerste spanische Fußballer. 

Die Summen sind allerdings noch gar nichts im Vergleich zu einem Wechsel, der Medienberichten zufolge anstehen könnte: Brasiliens Superstar Neymar soll für 222 Millionen Euro vom FC Barcelona nach Paris Saint-Germain wechseln. Es wäre der teuerste Transfer aller Zeiten – mehr als doppelt so teuer als der bisherige Spitzenreiter Paul Pogba.

"Wahnsinniger" Transfermarkt

Der deutsche Fußball-Weltmeister Christoph Kramer hat in einem Interview gesagt, kein Mensch der Welt sei mehrere Millionen wert. Was auf dem aktuellen Transfermarkt geschehe, bezeichnete er als "Wahnsinn."

Martin Meichelbeck, Sportdirektor beim Zweitligisten Greuther Fürth, findet, bei den unfassbaren Ablösesummen muss zwischen Mensch und Business unterschieden werden. "Die Summen, die sich letztendlich durch Marktgesetze entwickeln, die auf Personen zu übertragen und da auch noch eine Wertigkeit hinein zu interpretieren, halte ich für sehr gefährlich." Die hohen Ablösesummen entwickeln sich seiner Ansicht nach vor allem durch die gestiegene Dynamik im Fußballgeschäft und den wachsenden Einfluss des chinesischen Marktes. 

"Ein menschlicher Wert ist nie anhand von Geld zu beziffern."
Martin Meichelbeck, Sportdirektor beim Zweitligisten Greuther Fürth

Für die Spieler bedeuten die Millionensummen einen enormen Druck, sagt der Sportdirektor - aber auch für die Vereine. 

"Wenn du als Verein wettbewerbsfähig bleiben willst - selbst in der zweiten Liga - musst du versuchen, dass du bei diesem Rhythmus mitgehen kannst."
Martin Meichelbeck

Wer nicht mitbietet, wird von anderen Vereinen - die bereit sind, mehr zu zahlen - überholt, sagt Martin Meichelbeck. Vor allem im Jugendbereich werde es immer schwieriger, gute Talente zu finden, weil manche Vereine extrem aggressiv um junge Talente werben. Die Nachwuchsspieler werden mit viel Geld geködert. Aber das wiederum kann längst nicht jeder Verein zahlen, so Martin Meichelbeck.

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