Die Fußball-Stars von morgen wachsen nicht auf dem Rasen. Wie der Verein zum Talent kommt, folgt einem ausgeklügelten System.

Jeder will den nächsten Ronaldo, den nächsten Messi oder Müller haben. Und darum sitzen bei Turnieren wie der U21-Fußball-Europameisterschaft auch jede Menge Scouts im Publikum und halten Ausschau nach großen Talenten.

"Beim ersten Spiel der deutschen U21-Nationalmannschaft gegen Tschechien sollen stolze 120 Scouts auf der Tribüne zwischen den Zuschauern und Journalisten gesessen haben."
Sebastian Rams, Deutschlandfunk Nova

Ein Objekt der Begierde: Max Meyer vom FC Schalke 04. Noch bis 2018 ist er unter Vertrag - vor allem Tottenham Hotspurs aus England und der FC Sevilla aus Spanien sollen an ihm interessiert sein.

Aber auch die beiden Verteidiger Jeremy Toljan und Marc-Oliver Kempf scheinen heiß begehrt zu sein. Mitspieler Maximilian Philipp, der selbst vor ein paar Wochen für 20 Millionen Euro zu Borussia Dortmund gewechselt ist, sagt: "Wir wissen alle, das bei U-Länderspielen das ganze Stadion voller Scouts ist."

Um richtig erfolgreich zu sein, müssen Spieler heutzutage viele Fähigkeiten aufweisen. Dazu zählen technisch-taktische Komponenten wie Pass-Qualitäten, Abschuss-Techniken, Kopfball-Spiel. Aber auch im Kopf müssen die Spieler fit sein.

"Wir glauben, dass die Kreativität ein zentrales Merkmal ist. Man sieht auch, dass die Kreativ-Spieler weltweit den höchsten Marktwert generieren."

Wie gut die einzelnen Spieler in den Bereichen sind, bekommen die Scouts und Vereine durch Tests, Videoanalysen und eben die Beobachtung im Stadion heraus.

Packing und Analyse

Im professionellen Fußball werden die Spieler immer genauer unter die Lupe genommen und statistisch erfasst: Positionsdaten helfen dabei auszuwerten, wie lange oder schnell die Spieler gelaufen sind - aber beispielsweise auch, wie viele gegnerische Spieler durch einen Pass überspielt worden sind. Das ist das Packing.

"Ex-Nationalspieler Mehmet Scholl hat dazu mal gesagt: 'Der Packing-Wert wird das Scouting und die Trainingsmethodik verändern. Du kommst auf ganz andere Spieler'."
Sebastian Rams, Deutschlandfunk Nova

Allerdings: In die Glaskugel kann niemand schauen. Ob sich ein junger Spieler wirklich wie erhofft entwickelt, liegt vor allem an seinem Lernvermögen und seiner inneren Einstellung. Wenn das stimmt, dann können Scouts mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit die positive Entwicklung eines Spielers gewährleisten.