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Stardesigner Virgil Abloh hat angekündigt, dass er vielleicht das neue Trikot des FC Liverpool gestalten wird. Und: In einer Woche beginnt die Fußball-EM. Wir fragen uns: Wer designt eigentlich sonst die Trikots? Und wie fresh sehen die Leibchen für die EM aus?

Wenn ihr den Designer Virgil Abloh kennt, dann interessiert ihr euch entweder für sehr teure Klamotten oder für sehr angesagte Streetwear. Virgil Abloh designt nämlich sowohl die Männer-Kollektion der Luxus-Modemarke Louis Vuitton als auch die Klamotten seiner eigenen Marke "Off White". Der Mann war früher eng verbandelt mit Kanye West und ist einer der berühmtesten Designer weltweit. Und über den gibt es jetzt ein neues Gerücht, berichtet Anke van de Weyer von Deutschlandfunk Nova. Vielleicht designt er nämlich bald das neue Trikot des FC-Liverpool.

"Vielleicht designt Virgil Abloh bald das neue Trikot des FC-Liverpool. Der Club wäre richtig blöd, sich so einen Deal durch die Lappen gehen zu lassen."
Anke van de Weyer, Deutschlandfunk Nova

Angeheizt hat der Designer das Ganze höchstselbst – mit einer Insta-Story: Aufhänger ist ein Louis-Vuitton-Polo-Shirt aus der nächsten Herbst-Winter-Kollektion, weiß-rot mit blauen Kragen. (Wenn ihr euch unten zur zweiten und dritten Insta-Kachel weiterklickt, könnt ihr es sehen.)

Designertrikot für die "Reds"?

Ein Fan des Clubs hatte dem Designer daraufhin geschrieben, dass das aussieht, als könnte es Liverpools nächstes Heimtrikot werden. Virgil Abloh hat das dann in seine Story gepostet mit dem Kommentar, dass er da zwar noch gar nicht darüber nachgedacht hat – aber dass er sich gerne mal deswegen mit dem FC Liverpool an einen Tisch setzen würde.

Das nächste Heimtrikot von Liverpool steht zwar schon – aber der Club wäre "richtig blöd, sich so einen Deal durch die Lappen gehen zu lassen", findet Anke van de Weyer. Das würde den Marktwert der Trikots nämlich höchstwahrscheinlich drastisch steigern.

Virgil Abloh und Nike

Dass sich Virgil Abloh überhaupt für Liverpool interessiert, könnte auch daran liegen, dass der Verein seit letztem Jahr von Nike ausgestattet wird. Nike werde als Marke von vielen Leuten als cooler wahrgenommen als andere Marken, sagt Anke van de Weyer. Und als Designer komme es natürlich auch darauf an, mit wem man sich so sehen lässt. Außerdem hat Virgil Abloh schon öfter Mal Kleidung für Leute entworfen, die bei Nike unter Vertrag sind: für die Tennisspielerin Serena Williams zum Beispiel Outfits für die US Open 2018 oder Fußball-Schuhe für den französischen Superstar Kylian Mbappé.

Auch der Sänger Pharrell Williams hat schon Sportklamotten gestaltet – 2020 etwa für Adidas und Human Race Trikots für einige Topclubs, darunter auch eine Hommage an das rote Heimtrikot von Bayern München aus den Jahren 1991-1993.

"Trikotdesigner müssen heute viele Kompromisse machen, weil Farben und Symbole relativ festgelegt sind."
Anke van de Weyer, Deutschlandfunk Nova

Normalerweise sind die Designerinnen und Designer der jeweiligen Ausstatter für das Trikot eines Vereins bzw. einer Nationalmannschaft zuständig. Diese sind meistens namentlich nicht bekannt bzw. populär. Das liegt vielleicht auch daran, dass sie gezwungen sind, viele Kompromisse zu machen, erklärt Anke van de Weyer. Farben und Symbole seien heute nämlich relativ festgelegt. In den 1980ern und 1990ern gab es dagegen noch verhältnismäßig "wilde Zeiten" bei den Trikots, damals seien das ab und zu regelrecht "regenbogenfarbige Riesen-Ballons" gewesen.

Street Style beim Ausweichtrikot

Der Faktor Street Style werde beim Design von Trikots heute aber schon auch mitgedacht: Meistens gibt es zwei Trikots, eines eher traditionell, das andere in Farbwahl und Design etwas freier und moderner. Das soll die Leute ansprechen, die das Trikot auch in ihrer Freizeit tragen möchten, hat Adidas-Designer Vincent gegenüber der internationale Fachmesse für Sportartikel und Sportmode gesagt. Also nicht "nur" als Zugehörigkeitsmarker zum Club, sondern auch aus modischen Gesichtspunkten.

Von wegen Mode: Bei der WM 2018 hatte das Trikot von Nigeria designtechnisch ziemlich die Runde gemacht, ihr erinnert euch vielleicht: Es war neongrün, schwarz und weiß und hatte ein Zacken-Muster.

Bei der anstehenden EM wird es designtechnisch dagegen eher langweilig. Die Trikots, das deutsche (ganz oben im Bild rechts) inbegriffen, sind alle sehr klassisch, sagt Anke van der Weyer. Viele kommen sehr flächig beziehungsweise einfarbig daher, setzen eher auf einen edlen Look. Frankreich zum Beispiel hat ein komplett weißes Trikot dabei, Italien ein dunkelgrünes. Es gibt aber nichts, was man jetzt noch nicht gesehen hat.

Es wird also in einer Woche wahrscheinlich eher um den Fußball als um die Trikots gehen – im positiven wie negativen Sinn…