Die neue Bundesliga-Saison startet - an den meisten Orten mit Zuschauern. Das freut vor allem die Vereine und deren Fans. Doch unklar ist, wie sich die Saison weiter entwickelt: Ob die Spieler die teilweise hohe Taktung der Spiele durchhalten - und ob das Corona-Konzept der Vereine aufgeht.

Bis wenige Tage vor Saisonstart mussten die Vereine zittern. Nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen hatten die Fußball-Bundesligisten gehofft, zur neuen Saison wieder Fans im Stadion begrüßen zu können. In einer Videokonferenz der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Merkel wurde am Dienstag (15.09.) dann entschieden: Es darf wieder vor Zuschauern gespielt werden.

Das Ganze ist erst einmal als Testbetrieb für den Zeitraum von sechs Wochen zu sehen - und nicht nur auf den Fußball begrenzt. In sämtlichen Stadien oder Sporthallen, in denen mehr als 1000 Menschen Platz finden, dürfen 20 Prozent der Plätze besetzt werden.

Voraussetzung: Ein schlüssiges Hygienekonzept, personalisierte Tickets, Verbot von Alkohol. Dazu muss teilweise ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden, und es gelten die bekannten Sicherheitsabstände.

"Die Organisation und Durchführung dieser Spielzeit wird um ein Vielfaches komplizierter als die Beendigung der letzten Spielzeit."
Christian Seifert, Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga

Das letzte Wort haben dabei weiterhin die lokalen Gesundheitsämter, die auch bei sich veränderndem Infektionsgeschehen Änderungen bestimmen können. Dabei gilt weiterhin: Liegt die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100 000 Einwohnern am Austragungsort über 35 und ist das Infektionsgeschehen nicht klar eingrenzbar, sind Zuschauer untersagt. So wird es zum Auftakt bei Bayern München am Freitag (18.09.) keine Zuschauer geben. Denn in München liegt die Inzidenzzahl (Stand: 17.09.) bei 47,6.

Große Unterschiede in den Zuschauerzahlen

Bereits vor der bundesweiten Entscheidung hatten Gesundheitsämter zum Beispiel in Bremen und Leipzig schon grünes Licht für Zuschauer gegeben, während insbesondere Bayern dies kategorisch ausgeschlossen hatte. Durch die neue Entscheidung soll ein bundesweiter "Flickenteppich" verhindert und auch der Vorwurf der Wettbewerbsverzerrung entkräftet werden.

Am Wochenende wird es dennoch zu ganz unterschiedlichen Besucherzahlen in den Stadien kommen. Zum einen bedingt durch die unterschiedlichen Kapazitäten der Stadien: Während in Dortmund bei der aktuellen Regelung um die 16.000 Zuschauer ins Stadion dürften, sind es bei Union Berlin lediglich um die 5000. Zum anderen bringt die kurzfristige Ankündigung drei Tage vor Saisonstart die Vereine in die Bredouille: So werden in Wolfsburg voraussichtlich nur 500 Zuschauer im Stadion sein - da die Corona-Verordnung der niedersächsischen Landesregierung erst nächste Woche überarbeitet werden soll.

Kraftzehrende Monate für die Spieler

Für viele Spieler wird die Saison übrigens vermutlich ziemlich intensiv: Da die letzte Saison verlängert wurde, beginnt die neue Bundesliga-Saison später als sonst. Das Problem: Weil die Fußball-Europameisterschaft ins nächste Jahr verschoben wurde, müssen alle Wettbewerbe bis Juni 2021 zuende gespielt werden. Vor allem für die Spieler der Topvereine ist das eine große Belastung. Neben der Bundesliga spielen sie noch im DFB-Pokal, international in der Champions- oder Europa League - und viele sind zudem bei den Nationalmannschaften aktiv.

Spieler wie die deutschen Nationalspieler Leon Goretzka oder Joshua Kimmich vom FC Bayern München haben dadurch durchgängig bis Weihnachten zwei Partien pro Woche. Dazu kommt, dass hinter den Profis eine verkürzte Sommerpause liegt. Und auch die Winterpause wird kürzer als sonst. Die Überlastung der Spieler war bereits in den vergangenen Jahren immer wieder ein Thema. Befürchtet wird ein höheres Verletzungsrisiko bei Spielern, die kaum eine Pause haben.