Gerade bei Eintrittskarten für Fußballspiele werden viele Tickets zu überhöhten Preisen auf dem Schwarzmarkt angeboten. Mehrere Fußballvereine starten diese Saison erneut eine Aktion, um die Händler ausfindig zu machen.

Tickets für Fußballspiele in der Bundesliga sind oft innerhalb weniger Minuten ausverkauft. Kurze Zeit später werden sie zu viel höheren Preisen auf Online-Plattformen wie Viagogo oder Ebay angeboten.

Nach Schätzungen werden bei einem Top-Spiel mindestens zehn Prozent der Karten weiterverkauft, erklärt ARD-Sportjournalist Sebastian Krause. Schwarzmarktverkäufer können pro Jahr etwa hunderttausend Euro mit dem Weiterverkaufen von Eintrittskarten machen.

Das ist nachteilig für Verein und Zuschauer: Zuschauer (die regulär keine Tickets bekommen haben), zahlen überhöhte Preise. Und die Vereine lassen sich von den Schwarzmarktverkäufern in ihre Preispolitik einmischen.

Das Problem rund um das Weiterverkaufen von Tickets ist in Deutschland nicht eindeutig per Gesetz geregelt. Zudem können Vereine die Verkäufer von Schwarzmarkttickets in vielen Fällen nicht über die Online-Plattform ausfindig machen, weil diese anonym bleiben.

Mithilfe der Fußball-Fans gegen Schwarzmarkttickets vorgehen

Hier greift die Aktion "Zeig dem Ticket-Schwarzmarkt die Rote Karte" der Vereine FC Augsburg und Werder Bremen. Der Bremer Verein startet die Aktion mit seinem Heimspiel gegen Hertha BSC (19. Oktober 2019).

Hat ein Fan ein Ticket auf dem Schwarzmarkt gekauft, kann dieser das Ticket nach dem Spiel anonym in eine Sammelbox vor dem Stadion werfen. Mithilfe der Ticketnummer wollen die Vereine im Anschluss den ursprünglichen Käufer ermitteln.

In der letzten Saison konnten bei einem Spiel des FC Augsburg so fünfzig Schwarzmarkttickets als Recherchegrundlage für die Ermittler eingesammelt werden.

"Jedes Wochenende geht das bei der Bundesliga in die Tausende."
Sebastian Krause, ARD-Sportjournalist

Ist der Schwarzmarktverkäufer gefunden, muss er bzw. sie eine Unterlassungserklärung unterzeichnen, nie mehr wieder Tickets weiterzuverkaufen.

Vereine arbeiten mit Anwälten zusammen

In der Vergangenheit haben Fußballvereine bereits damit angefangen, Online-Plattformen mithilfe von Anwaltskanzleien nach solchen Angeboten zu durchkämmen. Finden die Anwälte und Anwältinnen solche Händler im Netz, rufen sie diese ebenfalls dazu auf, ein Unterlassungsschreiben zu unterzeichnen.