Beim Videospiel "A Juggler's Tale" spielen wir nicht altbekannte Märchen nach, sondern erleben neue märchenhafte Geschichten mit einer tapferen Heldin, die große und düstere Abenteuer erlebt – und wie es sich für ein gutes Märchen gehört: mit der Moral am Ende.

"A Juggler's Tale" ist wie ein Marionettenstück angelegt: Das Spiel beginnt mit Blick auf eine mittelalterliche Taverne, dort ist eine kleine Bühne aufgebaut wie ein Kasperle-Theater. Es gibt einen Erzähler und den Marionetten-Spieler oder die -Spielerin.

"Ich erzähle euch ein Märchen und doch ist die Geschichte wahr. Von einem tapferen Mädchen, das den Kindern hier ganz ähnlich sah. Nun lauscht meiner Stimme und schaut her ins Licht – begrüßt auf der Bühne die Heldin dieser Geschicht‘. Ihr Name ist Abby."
Aus dem Videospiel "A Juggler's Tale"

Abby ist eine Marionette, die ein kleines Mädchen darstellt. Sie hängt an mehreren Fäden, die nach oben aus dem Bildschirm hinausreichen. Als Spielerin oder Spieler steuern wir die Fäden. Anfangs gibt der Erzähler noch Kommandos, die wir als Spielende befolgen sollen. Auch wenn sich das alles anhört wie ein Kinderspiel, empfiehlt es Deutschlandfunk Nova-Reporter Thomas Ruscher nicht für Kinder, weil: "Es wird düster."

Heldin begehrt gegen Erzähler auf

Abby muss aus einem Käfig befreit werden. Dabei arbeiten aber Erzähler und Spielende nicht zusammen, sondern auch gegeneinander. Vor allem ist der Erzähler auf Abbys Seite und hilft ihr, falls sich die Sache für sie nicht gut entwickelt.

"Der Erzähler hat seinen Zeigefinger ganz hoch erhoben."
Thomas Ruscher, Deutschlandfunk Nova-Reporter

Abby wiederum lässt sich vom Erzähler nicht alles bieten, ist rebellisch und schafft so – auch ohne die Hilfe vom Erzähler – die Abenteuer zu bestehen.

Entwickelt wurde das Spiel "A Juggler's Tale" von Dominik Schön und seinen drei Kollegen vom Spielestudio "Kaleidoscube". Es ist ihr erstes Videospiel, das sie nach Meinung von Thomas sehr liebevoll gestaltet haben.

  • Moderator:  Sebastian Sonntag
  • Gesprächspartner:  Thomas Ruscher, Deutschlandfunk Nova-Reporter