Das Spiel Dwarf Fortress ist nicht nur für die beiden Entwickler zu einer Lebensaufgabe geworden. Gamerinnen und Gamer können in bis zu 500 Jahre Vorgeschichte eintauchen und sich immer wieder neue Welten simulieren lassen.

Dwarf Fortress ist ein Aufbau-Strategie-Spiel, Rogue-like, Storymaschine und Lebenssimulation in einem. Im Mittelpunkt des Spiels stehen Zwerge, wie wir uns sie klassisch vorstellen. "Eigentlich so wie die Zwerge aus 'Herr der Ringe', jeder mit einer ganz eigenen Persönlichkeit", sagt Deutschlandfunk-Nova-Gamesexpertin Jana Reinhardt.

"Die Zwerge graben ganze Berge um, lieben es kleine Figuren und riesige Monumente aus Gold zu bauen, tauchen immer im Pulk auf, schwingen Äxte. Und wenn es keinen Alkohol gibt, dann sinkt die Moral."
Jana Reinhardt, Deutschlandfunk-Nova-Games-Expertin

Das Spiel ist berühmt und wurde in der Fassung der Erstveröffentlichung von 2006 schon im Museum of Modern Arts in New York ausgestellt. Das neue Dwarf Fortress nicht mehr so extrem pixelig.

Endlose Simulationswelten

Die Gamerin ist zunächst damit beschäftigt, alles zu machen, was Zwerge so tun: Holz fällen, Betten bauen, Fische fangen und Tunnel graben. Und in der Tiefe des Spiels wird alles simuliert, sagt Jana. Dort entstehen dann Flüsse, Wege und Siedlungen. Das Spiel kann eine Vorgeschichte von bis zu 500 Jahren generieren – je nachdem wie wir das Spiel einstellen. So entsteht für jede Gamerin und jeden Gamer eine ganz eigene Mystery-Welt.

20 Jahre Spielentwicklung

Die beiden Brüder Tarn und Zach Adams haben 2002 mit der Entwicklung des Spiels begonnen. Ihr Vater hatte ihnen schon früh das Programmieren beigebracht. Tarn Adams hat Mathematik studiert und ist hauptsächlich für die Programmierung der Algorithmen zuständig, die für die Simulationen sorgen. Zach Adams hat Philosophie und Geschichte studiert und ist mehr fürs Storytelling verantwortlich. Das Spiel ist für die beiden Brüder zu einer Lebensaufgabe geworden. Sie haben gemeinsam die Entwicklerfirma Bay 12 Games gegründet. Vertrieben wird das Spiel von Kitfox Games.

Bislang war das Spiel kostenlos, und die Fans haben die beiden Entwickler mit Spenden finanziert. Wegen der gesundheitlichen Probleme von Zach haben sich die beiden Brüder dazu entschlossen, das Spiel zu verkaufen, um so mehr Geld in die Kasse zu bekommen.

  • Moderator:  Sebastian Sonntag
  • Gesprächspartnerin:  Jana Reinhardt, Deutschlandfunk-Nova-Games-Expertin