In Deutschland gibt es rund 2,5 Millionen Menschen mit einer Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung, kurz ADHS. Meistens wird die Störung bereits im Kindesalter diagnostiziert. Luis dagegen war schon 28 Jahre alt, als bei ihm ADHS festgestellt wurde. Er erzählt, wie sich die Störung in zwei Extremen auf sein Liebesleben auswirkt. Journalistin Angelina Boerger vom Insta-Kanal "Kirmes im Kopf" gibt Tipps.

Luis ist Anfang 30 und lebt in Berlin. Für ihn ist es schwierig, zwischen diesen extremen Gefühlslagen - ein Date direkt wieder zu vergessen oder mit ihm schon die ganze Zukunft planen zu wollen - einen Mittelweg zu finden.

"Entweder ich vergesse die Person komplett unabsichtlich, oder ich denke die ganze Zeit über sie nach: Wir könnten doch da in den Urlaub fahren, vielleicht Weihnachten zusammen feiern. Das geht vielen dann zu schnell."
Luis über ADHS und die Auswirkung auf sein Dating-Verhalten

Er erzählt, wie er beim Online-Dating und seiner Suche nach einer festen Beziehung vorgeht. Klassischen Orten, um jemanden kennenzulernen, funktionieren für Luis nicht. In Bars, Clubs oder bei Partys ist es zu laut und grell führ ihn, es sind einfach zu viele Reize. Danach brauche er zwei Tage, um sich von den Eindrücken zu erholen. Außerdem schildert er, welche Reaktionen er bekommt, wenn er seinem Date sagt, dass er ADHS hat.

ADHS und Sex

"ADHS wirkt sich extrem auf das Liebesleben aus. Aber das wird selten mitgedacht, weil wir über ADHS meistens im Leitungskontext sprechen: Schule, Ausbildung, Beruf."
Angelina Boerger, Journalistin

Angelina Boeger hat ihre ADHS-Diagnose vor zwei Jahren bekommen. Seitdem klärt sie auf ihrem Instagram-Kanal "Kirmes im Kopf" über ADHS im Erwachsenenalter auf. Liebe und Sex sind da auch Thema.

Extreme Gefühlslagen

ADHS kann bei den Betroffenen dazu führen, dass sie sich sehr schnell verlieben, aber genauso schnell wieder entlieben, meint Angelina Boeger. Wobei das sehr individuell sei und nicht pauschalisiert werden könne. Sie spricht über die Auswirkung auf das Sexleben und erklärt, warum Frauen mit ADHS öfter Gefahr laufen, sich in toxischen Beziehungen wiederzufinden.

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