Games sind auch Frauensache. Trotzdem: Vor allem in den USA müssen Spielerinnen und Entwicklerinnen mit Beschimpfungen und massiven Drohungen leben. Schuld daran ist: #Gamergate. Unter diesem Hashtag diskutieren und beschimpfen sich Spieler, Entwickler und Journalisten beiderlei Geschlechts.

Angefangen hat es mit Anita Sarkeesian und Zoe Quinn. Erstere ist Feministin und zeigt in ihren Videos Sexismus in Computerspielen auf. Dabei neigt sie zu einseitigen Berichten und verschweigt positive Beispiele. Zoe Quinn hat das kleine Spiel Depression Quest entwickelt. Ihr wird vorgeworfen, mit Videospieljournalisten geschlafen zu haben, um gute Besprechungen für ihr Spiel zu kassieren. Das sind, ganz grob, die Anfänge von Gamergate - tatsächlich ist die Debatte in der Gamerszene viel differenzierter, verzwickter und verfahrener.

Statt Diskussion gibt's nur gegenseitige Beschimpfungen

Eigentlich geht es dabei vor allem um Pressekritik. Die Gamergate-Community verlangt fairen Videospieljournalismus. Das laute Geschrei dreht sich allerdings um Frauenfeindlichkeit, Sexismus, Hetze, politische Agenden und alles, was wirklich unappetitlich ist, bis hin zu Vergewaltigungs- und Morddrohungen. "Auf beiden Seiten haben wir sehr eingegrabene Fronten und Leute, die immer wieder Öl ins Feuer gießen", erklärt Michael Graf von der Spielezeitschrift Gamestar. Am Ende läuft es in der Regel auf eine aus dem Ruder gelaufene Sexismus-Debatte hinaus.

"Spiele wurden früher für eine männliche Zielgruppe entwickelt. Entsprechend geprägt war oft das Frauenbild in Spielen: Frauen als schmückendes Beiwerk und leicht bekleidet."
Michael Graf von der Gamestar über die Ursprünge von #Gamergate

Zum Beispiel werde die sexistische Darstellung von Frauen in vielen Spielen kritisiert, erklärt Michael Graf, häufig auch zu Recht. Das wiederum störe die Spieler, die nicht bevormundet werden wollen. Über die Videos von Anita Sarkeesian regen sich diese Spieler dann besonders auf. Tenor: "Mit uns redet wieder keiner, es wird von oben herab über unser Hobby berichtet." So sachlich, wie es das Thema aber verdient hätte, wird unter #Gamergate von den Beteiligten unter all dem Getöse scheinbar kaum argumentiert.

Ein Stein des Anstoßes: Anita Sarkeesians Videoreihe