"Mount & Blade II - Bannerlord" ist eine Art "Game of Thrones" zum Mitspielen: Es ist nicht nur ein Strategiespiel, in der wir als Gamer Abenteuer erleben können, sondern vor allem eine Lebens- und Mittelalter-Simulation.

In "Mount & Blade" schlüpft der Spieler in die Haut eines Mannes oder einer Frau – Anfang 20 in einer mittelalterlichen Welt. Los geht es, indem die Spielenden ein Pferd, ein rostiges Schwert und ein paar Goldmünzen erhalten und entspannt durch die virtuelle Landschaft traben.

Der Weg führt den Gamer durch ein Dorf: Er oder sie sieht, wie ein paar Bauern auf den Feldern arbeiten, eine Magd Obstkörbe trägt. Vögel zwitschern und Hunde bellen. Bei unserem Reporter Thomas Ruscher hat dieser gemächliche Ritt durch das Dorf das wohlige Gefühl ausgelöst, sich im Mittelalter zu befinden und den Alltag mitzuerleben.

"So it is possible in the game to be kind of anything you like. You can play as a merchant or you can join the kingdom and become a vessel of a powerful king, or you can be the king or queen yourself."
Armağan Yavuz, Gamedesigner bei TalesWorld Entertainment

In "Mount & Blade II - Bannerlord" kann der Spielende sich zwischen unterschiedlichen Charakteren entscheiden: Händler oder Abenteurer werden, einem Lord die Treue schwören und ihm dienen oder versuchen, König oder Königin zu werden. Das Spiel selbst gibt nicht vor, welche Figur der Gamer spielt oder welches Ziel es zu erreichen gilt. Aber einfach nur Bauer zu sein und Felder zu bestellen - das ist in diesem Spiel nicht möglich.

Ruhm, Ehre und Intrigen

Letztendlich geht es darum, zu Ruhm und Ehre zu kommen, sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Thomas Ruscher. Er hat festgestellt, dass das meistens gelingt, wenn der Spielende aufs Schlachtfeld zieht oder Intrigen in den großen Adelshäusern des Spiels anzettelt. Das hat unseren Reporter Thomas Ruscher beim Spielen des Computerspiels an die Fernsehserie "Game of Thrones" erinnert.

"Ich habe mir einen Krieger gebastelt, einen Ritter. Habe erst überlegt wie er aussehen soll – und das hat schon echt eine ganze Weile gedauert: Du kannst auswählen, wie kantig das Kinn ist, wie krumm die Nase und mit welcher Stimme der Held sprechen soll."
Thomas Ruscher, Deutschlandfunk Nova

Es wird viel gebrüllt – Dialoge sind aber nicht vertont

Unterhaltungen im Spiel kann der Spielende als Text lesen, das heißt, dass nur das Gebrüll der Kampfszenen zu hören ist, Dialoge wurden nicht vertont. Um das Spiel zu testen, hat sich unser Reporter Thomas Ruscher den Charakter eines Ritters zusammengestellt. Das Ziel: große Heere in die Schlacht führen, Städte erobern und ein eigenes Königreich zu regieren.

"Das Spiel ist offenbar so konzipiert, dass man irgendwo eine Lady auf einer Burg sitzen hat, die man ab und zu besucht. Und dann wird die eben schwanger, aber es ist nicht so konzipiert, dass du die Lady bist und deinen Ehemann mit dir herumschleppst."
Aurelia Brandenburg, Gamerin

Spielkonzeption eher auf männliche Charaktere ausgerichtet

Die Gamerin Aurelia Brandenburg hat das Spiel selbst ausprobiert. Sie hat den Eindruck bekommen, dass die Spieleentwickler "Mount & Blade" bei der Konzeption eher an männliche Charaktere gedacht haben. Das Spiel soll realistisch wirken, allerdings sind weibliche Figuren so ausgelegt, dass sie heiraten und Kinder bekommen. Während sieben Jahre im Game vergangen sind, hat die weibliche Spielfigur von Gamerin Aurelia Brandenburg zehn Kinder bekommen. Um sich besser auf den Spielverlauf konzentrieren zu können, hat sie sich dann dafür entschieden, ihren Ehemann im Spiel einfach in die Verbannung zu schicken.

Fiktive Welt, die dem mittelalterlichen Europa ähnelt

"Mount & Blade" ist als Mittelalter-Simulation angelegt. Das, was der Spielende erlebt, ist allerdings eher an eine erfundene mittelalterlichen Welt - wie in "Game of Thrones" - angelehnt. Weniger an die historische Realität, sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Thomas Ruscher. Das Game spielt auf dem fiktiven Kontinent Calradia. Außerdem gibt es unter anderem noch das Sultanat Aserai, das Königreich Vlandia und das Südliche Imperium. Diese Reiche und Länder wirken so, als ob sie im mittelalterlichen Europa existiert haben könnten.

"We tried to go for realism, but we also wanted to balance it with good gameplay. We are usually inspired by real world mechanics and inspired by real history."
Armağan Yavuz, Gamedesigner

Das Fazit

"Mount & Blade II" befindet sich noch in seiner Early-Access-Phase, das bedeutet, dass man das Spiel schon kaufen kann, während es noch von der Entwicklerfirma "TaleWorlds Entertainment" weiterentwickelt und verbessert wird. Das zeigt sich beim Gaming daran, dass einige Abläufe im Spiel noch nicht fertig konzipiert wurden oder nicht richtig funktionieren, sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Thomas Ruscher. Trotz dieser Unvollkommenheiten hatte unser Reporter Spaß beim Eintauchen in das mittelalterlich anmutende Abenteuer.