Rogue-like-Games sind ein eigenes Computerspiel-Genre. Nach jedem Tod der Spielfigur wird anders weitergespielt. Dafür muss man immer wieder ganz von vorne anfangen. Das bedeutet Spannung und Frustration gleichzeitig.

Rogue Legacy ist eine Computerspiel-Palttform. Das Game "Rogue Legacy 2" - erscheint am 18. August - ist deshalb besonders, weil es das Rogue-like-Spielprinzip verfolgt. Das heißt: Stirbt die Spielfigur, geht das Spiel von vorne los, und zwar teilweise in einer komplett anderen Spielewelt und mit einer anderen Spielfigur.

In "Rogue Legacy 2" spielt ihr einen kleinen knuddeligen Ritter in einer verfluchten Burg, die vollgestopft ist mit fiesen Comic-Gespenstern, Skelett-Bogenschützen und Feuer-Dämonen. Ihr steuert euren Ritter durch die Burg und haut die Monster um, um den Fluch, der über eurer Familie liegt, zu brechen und Frieden in die Festung zu bringen.

Helden werden nach jedem Tod etwas stärker

Das Besondere, das "Rogue Legacy 2" und alle anderen Rogue-like-Spiele ausmacht: Nach einem Versuch ist Schluss. Tötet ein Gespenst die Spielfigur, war es das.

Der Witz: Dann geht es von vorne los, alle Gegner sind wieder da. Nur: Die Burg sieht jetzt völlig anders aus. Deutschlandfunk-Nova-Reporter Thomas Ruscher: "Wo beim ersten Versuch auf dem ersten Bildschirm noch ein riesiger Thronsaal war, ist nun vielleicht nur eine kleine Kerkerzelle mit tödlichen Sicheln, die von links nach rechts schwingen."

Alles von vorne, alles neu

Nicht nur die Burg wird immer wieder neu generiert, sondern auch die Heldenfigur, mit der man spielt. Auch das gehört zur Spielidee: Hat der erste Held oder die erste Heldin, die sich in die Burg gewagt hat, es nicht geschafft, ist danach der Nachfahre des ersten Helden dran – der zum Beispiel mit anderen Waffen bestückt ist.

"Als ich das endlich geschafft habe, habe ich erst mal so richtig gejubelt und gefeiert! Das ist das Schöne an Rogue-like-Spielen: Sie sind hart – aber wenn man sie doch schafft, ist es umso geiler!"
Thomas Ruscher, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Was abwechslungsreich klingt, hat auch Frustrationspotenzial. Denn beim Tod der Spielfigur ist der bisherige Spielfortschritt komplett verloren, zumindest bei manchen Rogue-like-Spielen.

"Rogue-lite"

"Rogue Legacy 2" ist da nicht so ganz streng, darum wird es auch ein "Rogue-lite"-Game genannt, also die abgeschwächte Variante der Rogue-like-Games. Heißt: Bei jedem Sturm auf die Burg sammelt die Heldin Gold ein – und von diesem Gold kann die Heimatburg (also nicht die verfluchte) verbessert werden.

Dadurch hat der nächste Held einen kleinen Vorteil, kann zum Beispiel ein bisschen besser zaubern. So werden die Helden immer stärker und stärker – und so hat man dann doch irgendwann eine Chance, den ersten großen Gegner zu besiegen.

Spielprinzip ist 40 Jahre alt

Neben "Rogue Legacy 2" gibt es noch diverse andere Spiele, die das Rogue-like-Prinzip verfolgen – das schon ziemlich alt ist. Der Begriff für diese Spieleart basiert auf "Rogue", einem 40 Jahre alten Computerspiel, das an der Universität Berkeley in Kalifornien entwickelt worden ist.

Der besondere Reiz von Rogue-like-Spielen liegt in erster Linie an der Spannung und dem maximal hohen Verlust: Wer stirbt, hat alles verloren. In normalen Games wäre das so kaum umsetzbar, sagt der Spieleentwickler Martin Nerurkar. Wer will schon komplett von vorne anfangen und noch mal genau das Gleiche spielen, wenn man schon zehn Stunden spiel hinter sich hat?

Diese Schwäche, bei einem Spielfigurtod vieles nochmal spielen zu müssen, beseitigen die Rogue-like-Games, in dem beim zweiten Versuch vieles anders ist. "Bei einem guten Rogue-like habe ich als Spieler immer wieder Bock neu anzufangen", sagt Martin Nerurkar.

"Ein Spiel, wo du beim ersten Tod wieder ganz von vorne anfängst und das Gleiche alles nochmal spielen musst, will ja keiner."
Martin Nerurkar, Spieleentwickler

Elemente der Rogue-like-Spiele finden sich inzwischen auch in anderen Spielen wieder – zum Beispiel, dass die Heldinnen und Helden mit der Zeit stärker werden.