Das Indiegame "Sable" wird gefeiert. Nicht weil die Handlung so überragend ist, sondern wegen der Grafik. Denn das Spiel orientiert sich an französischer Comickunst.

In "Sable" spielen wir eine junge Frau namens Sable, eine Nomadin. Die Nomaden in dieser Wüste haben ein besonderes Ritual: Wenn Jugendliche alt genug sind, dann werden sie von ihrem Stamm fortgeschickt und bekommen dafür ein Gefährt, das an ein Hoverbike oder einen Pod-Racer aus Star Wars erinnert. Außerdem bekommt Sable eine Maske aus einem uralten Tempel.

"Ich bin eigentlich eine ganz Nette in dem Spiel, aber irgendwie habe ich diese krasse spooky Tierschädel-Maske auf."
Jana Reinhardt, Duetschlandfunk-Nova-Games-Expertin

Deutschlandfunk-Nova-Game-Expertin findet den Stil des Games besonders. "Den gibt es in Games auch gar nicht so häufig, zumindest bei 3D-Spielen nicht – also mit diesen ganz feinen, klaren Umrisslinien und diesen poppigen und sehr flächigen Farben", sagt sie. Vor allem habe der Franzose Möbius das Team hinter Sable zu ihrer Welt inspiriert.

Die Welt von Sable ist psychedelisch-bunt, aber oft auch sehr still – und vor allem freundlich. "Nichts will mich hier umbringen. Es gibt keinen Durst, keine Gefahr, dafür aber eine Menge zu entdecken. Also zum Beispiel eins dieser unzähligen Raumschiffwracks und Tempelruinen", beschreibt Jana das Spiel.

"Aus dem Staubsauger-Podracer-Gerät kommt hinten so ein lila Strahl raus, der Rest ist ziemlich minimalistisch gestaltet. Irgendwie sieht es sieht schon auch ganz geil aus."
Sebastian Sonntag, Moderator

Das Ziel ist: Sable soll die Welt entdecken und Erfahrungen sammeln. "Genau das machen wir auch. In dem Moment, wo wir das Hoverbike und unsere Maske bekommen, steht uns die Wüste komplett offen. Und zum Glück ist die Wüste dann auch nicht so leer“, sagt Jana. Zum Beispiel gibt es eine Stadt, in der jemand die Stromversorgung gekappt hat. Dort beschweren sich die Menschen auf dem Markt, dass sie keine Energie mehr für den Handel haben.

Still aus dem Game "Sable"
© Sable | Shedworks

Sable ist keine Heldengeschichte, in der die Spielenden am Ende die Welt retten oder eine größere Katastrophe abwenden. "Das ist einfach eine Coming-of-Age-Story, die davon handelt, herauszufinden, was Dich interessiert. Und diese Einsamkeit in der Wüste ganz bewusst zu suchen, um letztlich deinen eigenen Weg zu gehen", erklärt Jana Reinhardt.

Auch für "Gravity Rush" kam Inspiration aus der Comicwelt

Sable ist nicht das einzige Game, für das sich die Macher und Macherinnen von Comiczeichnern wie Möbius inspirieren lassen haben. Zum Beispiel gibt es da noch das japanische Spiel "Gravity Rush". "Darin können wir so kopfüber durch eine Stadt gleiten", sagt Jana. Und ein weiteres Beispiel ist das Abenteuerspiel "Curious Expedition 2" vom deutschen Studio Maschinenmensch, das auch in diesem Jahr erschienen ist.