Ihre Messestände sind viel kleiner, trotzdem finden die Indie-Games Beachtung auf der Gamescom. Auch, weil die großen Entwickler ein Auge auf sie geworfen haben.

Wer keine Lust hat, auf der Gamescom vier Stunden lang anzustehen, um die neuen Ausgaben von Call of Duty, Far Cry oder Super Mario zu spielen, kann einfach woanders hingehen: In den 1000-Quadratmeter-Bereich, wo die Indie-Games vorgestellt werden - "Think of the Children" zum Beispiel.

In dem absurden, abseitigen Spiel machen Kinder die ganze Zeit Quatsch und versuchen sich umzubringen, zum Beispiel, indem sie Spülmittel trinken, über die Straße rennen oder den bösen Hund ärgern. Als Vater oder Mutter versuchen wir, die Kinder vom Suizid abzuhalten.

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Für Spieleentwickler Adric Polkinghorne ist das Spiel auch eine Art Kindheitsbewältigung. Der Australier steht auf schwarzen Humor und sagt, schon früher hätte er als Kind in Australien quasi ständig aufpassen müssen, sich nicht umzubringen - gefährliche Tiere und so.

Sein Spiel erfüllt alle Kriterien für ein Indie-Game. Es ist klein, irgendwie schräg und hinter ihm steckt kein großer Entwickler. Aber: Auch die großen, zum Beispiel Electronic Arts, haben inzwischen Interesse an solchen Spielen, die als "Indie" bezeichnet werden können.

"Eigentlich bedeutet 'Indiegame', dass ein Spiel von einem kleinen, unabhängigen Entwickler veröffentlich wird. Das ist inzwischen aber auch eher zu einem Marketingbegriff geworden."
Thomas Ruscher, Deutschlandfunk Nova

"Indie" ist gut fürs Image

Electronic Arts hat auf der Gamescom solch ein Spiel präsentiert: "Fe". Wir spielen darin ein fliegendes Katzentier, "wirklich sehr süß gemacht", sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Thomas Ruscher. Ein Verkaufshit dürfte das Spiel aber dennoch nicht werden. Und das muss es auch nicht. Für das Unternehmen ist es eher eine Art, an junge, kreative Entwickler zu kommen. Und solch ein Spiel signalisiert: Wir denken nicht nur an Profit, wir haben auch ein Herz für kleine, liebevolle Spiele!