Multiplayer sind aktuell das Ding. Besonders "Fortnite – Battle Royale" bricht gerade so ziemlich alle bisherigen Rekorde. Reporter Martin Schütz berichtet von der Gamescom in Köln.

Auch auf der Gamescom ganz vorne dabei: Fortnite – Battle Royale. In dem kostenlosen Multiplayer-Shooter "Fortnite" geht es um das pure Überleben. Dabei treten online bis zu 100 Spieler einzeln oder in kleinen Gruppen gegeneinander an. Und das mit einem riesigen Erfolg! Laut Zahlen der Marktforscher von Superdata hat das Spiel auf den drei Plattformen Computer, Konsole und mobil 300 Millionen Dollar Umsatz erzielt. Und zwar pro Monat. 

Einfacher Einstieg und kurze Spieldauer

Der Einstieg fällt bei Multiplayern wie Fortnite oder auch dem anderen riesigen Titel "PlayerUnkowns Battleground" extrem leicht und die Spiele sind relativ simpel. Es sind Shooter, in dem Spieler versuchen, ihre Gegner zu erschießen. Es geht einfach nur um das Überleben ohne weiteren Schnickschnack, wie er in Blockbustern wie "Call of Duty" zu finden ist. Eine Runde bei Fortnite dauert nicht lange. In 10 bis 15 Minuten sei der Spieler durch und mit dieser Länge ließe sich der Multiplayer viel einfacher in den Tag einbauen, erklärt Reporter Martin Schütz einen Aspekt des großen Erfolgs. 

Im Vergleich zu Spielen wie "Assassins Creed" oder "Call of Duty" fällt auf, dass Fortnite einerseits grafisch viel einfacher ist. Andererseits ist es sehr dynamisch und legt seine Akzente stärker auf den Spielspaß. Bei Fortnite ist wenig vorhersehbar, das Spielfeld wird im Lauf der Zeit immer kleiner, je mehr Spieler getötet sind und deswegen läuft jede Partie unweigerlich auf einen finalen Showdown heraus. 

"Verstecken oder einigeln ist nicht. Das geht immer direkt auf die zwölf."
Martin Schütz über Fortnite

Mit dieser Strategie bleibt die Spannung im Spiel immer hoch, so Reporter Martin. Und das nicht nur für die Spieler selbst, sondern auch für Let's Plays, also Videos, bei denen andere beim Spielen zuschauen. Gerade bei Youtube und Twitch seien Fortnite-Videos extrem beliebt. 

"Bei Ninja, einem der bekanntesten Fortnitespieler, haben die Videos schon mal ganz flott neun Millionen Aufrufe."
Martin Schütz über den Erfolg des Spieles

Verbreitung von Spielen entscheidend für den Erfolg

Der Erfolg digitaler Spiele sei maßgeblich von seinen Verbreitungswegen abhängig, sagt Björn Bartholdy, Leiter des Cologne Game Lab an der TH Köln. 

"Ganz entscheidend für den Erfolg digitaler Spiele ist heute, wie sie sich verbreiten lassen."
Björn Bartholdy​, Leiter des Cologne Game Lab an der TH Köln

Wichtig auf dem Weg zu Verbreitung seien zunächst Plattformen wie Youtube. Hier habe sich Fortnite beispielsweise innerhalb kürzester Zeit als die Content Marke etablieren können. Das erzeuge eine mediale Präsenz, die einfach so dominant sei, dass man an so einem Titel gar nicht mehr vorbeikomme, wenn man irgendwie dazugehören wolle, so Björn Bartholdy. 

21.08.2018, Nordrhein-Westfalen, Köln: Besucher der Gamescom stellen Szenen aus dem Spiel "Fortnite" von People Can Fly und Epic Games nach. Zum zehnten Mal findet die Computer Spielemesse in Köln statt. Foto: Oliver Berg/dpa
© picture alliance/Oliver Berg/dpa
Besucher der Gamescom stellen Szenen aus dem Spiel "Fortnite" nach

Weiter wird der Hype befeuert durch E-Sport-Turniere rund um Fortnite. Im vergangenen Jahr hat die Entwicklerfirma beim bestbezahlten Turnier des Jahres knapp 25 Millionen US-Dollar an Preisgeldern ausgeschüttet. In diesem und im kommenden Jahr sollen es bis zu 100 Millionen werden. Und auch die Fußball-WM 2018 habe Fortnite noch einmal einen richtigen Kick gegeben, so Reporter Martin Schütz. Denn Stars wie Antoine Griezmann haben nach einem Tor gerne mal wie ein Fortnite-Charakter gejubelt und sich genau das im Spiel abgeschaut. 

Starke Fanbase absehbar

Insgesamt mache Fortnite einen ziemlichen Druck auf die "alteingesessenen" E-Sportspiele wie Counterstrike, so Martin Schütz. Denn Fortnite ist ab zwölf Jahren freigegeben und deswegen zockten dieses Spiel auch viele junge Spieler. Bleiben sie in den kommenden Jahren dabei, hätte Fortnite eine extrem starke Basis, die anderen Spielen dann fehlten, schätzt Reporter Martin Schütz die Lage abschließend ein.