In Berlin findet gerade die Gamesweek statt. Es gibt Grund zu feiern: 2017 hat die Computerspiel-Branche in Deutschland einen Umsatz von 3,3 Milliarden Euro gemacht. Klingt gut – ist es aber nicht!

Die Kassen klingeln zwar, aber wenn man guckt, welche Spiele eigentlich in Deutschland verkauft werden, sieht das schon gar nicht mehr so gut aus, sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Thomas Ruscher. Das sind nämlich vor allem Titel aus dem Ausland. Der deutsche Anteil liegt bei nur sechs Prozent. 94 Prozent sind dagegen importiert. Zum Vergleich: In den deutschen Kinos liegt der Marktanteil deutscher Filme bei fast 25 Prozent.

Deutsche Games sind selten Hits

Es werden einfach keine Blockbuster in Deutschland produziert. 2017 gab es nur ein Spiel aus Deutschland, das sich hier mehr als 100.000 Mal verkauft hat: das Rollenspiel Elex von Piranha Bytes. Das ist nicht übel, aber eben kein Megahit. Genau an denen mangelt es in Deutschland, sagt Philipp Lanik von der Spielefirma King.

"'Hit made in Germany' oder 'Hit made in Berlin', das ist etwas, was noch fehlt, um sagen zu können: 'Das ist ein Heimspiel.'"
Philipp Lanik, Spielefirma King

Die Hits in Deutschland sind dann eben Fifa 18 mit 1,5 Millionen verkauften Titeln, gefolgt von Assassins Creed, Call of Duty, Mario Kart und vielen anderen internationalen Krachern. Die deutschen Entwickler können nicht so richtig mit der internationalen Konkurrenz mithalten, mein Thomas Ruscher. Aber es gibt Ausnahmen.

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Bei Mobile Games, also Spielen fürs Handy, ist Deutschland richtig stark aufgestellt und hat ein paar große Studios, die international an der Spitze mitmischen können. Darunter etwa das Berliner Studio King, die für Handyspiele wie Candy Crush verantwortlich sind. Und diese Mobile Games werden in Zukunft noch mehr Erfolge feiern, sagt Philipp Lanik.

"Mein Smartphone habe ich ständig bei mir. Das heißt, ich habe ständig Unterhaltung dabei und ich glaube, das macht auch den Erfolg des Mobile-Games aus."
Philipp Lanik, Spielefirma King

Game – der Verband der Deutschen Gamesbranche – hat auf der Gamesweek ein neues Fördermodell präsentiert, mit dem Geld in die Spieleindustrie gepumpt werden soll: In dem Fonds sollen jedes Jahr 50 Millionen Euro stecken. Das ist in etwa das Geld, das ein Blockbuster-Game mit allem Drum und Dran kosten kann. Im Idealfall kommt das Geld dann durch erfolgreiche Projekte wieder zurück.

Der Blockbuster muss her!

Die Hürden für eine Förderung sollen niedrig liegen. Linda Kruse vom Game-Verband erklärt, Entwickler müssten Punkte bei einem Kulturtest sammeln, um an die Gelder zu kommen. Punkte gibt es für Spiele in Deutscher Sprache oder wenn im Team viele Mitarbeiter in Deutschland arbeiten. Ab 17 Punkten sollen dann Gelder fließen.

Bis es aber so weit ist, muss der Vorschlag erstmal von der Politik angenommen werden. CDU, CSU und SPD haben sich schon bereits für eine Games-Förderung auf Bundesebene ausgesprochen. Aber das wird sicherlich noch mindestens zwei Jahre dauern.

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