Wenn Konzepte und Begriffe aus Computerspielen auf das reale Leben übertragen werden, dann nennt man es Gamification. Wenn also die Bewohner einer WG für Abwasch und Kloputzen mit Punkten und dem Zugang zum nächsten Level belohnt werden.

Videospieler, die bei Autorennen online simultan "mitfahren". Eine Familie, die sich Putzwettbewerbe liefert, um das nächste Level zu erreichen. Das sind nur einige Beispiele für einen Trend, der sich Gamification oder auch "Spielefizierung" nennt.

Ein besonderes Interesse an Gamification hat die Wirtschaft, vor allem die sogenannten "Ortungsspiele" sind hier beliebt. Da kann man via Smartphone seine Schritte zählen oder einen bestimmten Club besuchen und so in der virtuellen Welt mit anderen Menschen konkurrieren. Der Nachteil: Spieler von Ortungsspielen dokumentieren alles über ihren Alltag und genau diese Daten sind für die Unternehmen, die diese Spiele anbieten, mehr als interessant.

Weltrettung per Mausklick?

Aber es gibt auch nichtkommerzielle Ansätze: so hat die Spielentwicklerin Jane McGonigal in ihrem Buch "Why Games Make Us Better and How they Can Change the World" einige Vorschläge gemacht, wie die Welt durch Spiele besser werden könnte. Zum Beispiel durch ein Spiel wie "World Without Oil". Die Ausgangssituation: Der Welt geht das Öl aus. Die Spieler mussten dann in ihrem realen Alltag versuchen, weniger Produkte zu verwenden, die mit Öl hergestellt werden oder in denen Öl enthalten ist. Das Spiel lief nur im Jahr 2007 - aber die Teilnehmer verwendeten noch drei Jahre später weniger ölhaltige Produkte.