In Köln startet heute die esl-one, eines der wichtigsten Counter-Strike-Turniere der Welt. Dort treten E-Sports-Mannschaften gegeneinander an und die Gewinner streichen richtig Geld ein: über das Geschäft mit dem E-Sport. 

Counter-Strike ist eines der Top-drei-Spiele im E-Sport, neben Dota2 und League of Legends. In Köln tritt unter anderem SK Gaming an - das Team, das aktuell auf Platz 1 der Weltrangliste steht, sagt unser Reporter Martin Schütz. Die Spieler sind Brasilianer. Sie haben im vergangenen Jahr die WM gewonnen und ein Preisgeld in Höhe von einer Million Dollar für das Team eingestrichen. Ihr Chef Alexander Müller sagt deshalb, dass seine Spieler sehr gut vom E-Sport leben können.

​"Wenn man sich mal ansieht, was unsere Brasilianer in den vergangenen zwölf Monaten an Preisgeldern verdient haben, dann sind wir da schon deutlich bei über einer Million US-Dollar. Wenn du das durch fünf teilst, dann bist du da bei 200.000 Dollar - nur an Preisgeldern."
Alexander Müller, Chef von SK Gaming

Das Preisgeld verbleibt bei den Spielern. Auch 2017 haben die Spieler von sk gaming mehr als 700.000 Dollar gewonnen. Das Team zahlt Reisen, Unterkunft und ein Grundgehalt. Wie hoch das Einkommen genau ist - darüber schweigen sie sich aus. Aber es gibt andere Teams, die da offener sind. 250-350.000 Dollar sind demnach realistisch. Wegen der Prämien hängt der Verdienst aber vom Erfolg ab. 

Während die Spieler die Prämien einstreichen, verdienen die Teams vor allem mit Werbung Geld. Mittlerweile nutzen diverse Firmen E-Sport als Werbeplattform. Kreditkartenfirmen, Autohersteller und natürlich Unternehmen, die etwas mit Computern zu tun haben: zum Beispiel Maus- und Tastaturhersteller oder Kopfhörerfirmen.

Es gibt auch Fanartikel zu kaufen: Trikots, original Equipment, Kappen. Ein Turnier, wie das in Köln, ist im Netz per Live-Stream zu sehen. Laut Veranstalter machen das bis zu 25 Millionen Zuschauer. Beim Finale der nächsten WM in Polen rechnen die Veranstalter mit bis zu 40 Millionen Zuschauern.  

"Denken wir einfach mal 20 Jahre weiter, dass die Generation, die jetzt mit Computerspielen aufgewachsen ist, mit ihren Kindern E-Sports als ganz normalen Sport lebt, dann wird das Ganze noch mal ein paar Schritte größer."
Ralf Reichert, Chef der ESL

Die ESL, die Electronic Sports League, organisiert die Turniere. Sie hat eine Niederlassung in Köln. Sie organisiert die Ligen und die Turniere. Und macht damit aktuell einen Jahresumsatz von rund 100 Millionen Euro. Es ist also klar: E-Sport hat in den vergangenen vier bis fünf Jahren eine rasante Entwicklung genommen.

Ralf Reichert, der Chef der ESL, glaubt, dass die richtig fetten Jahre erst noch kommen, wenn die Generation, die mit E-Sport groß wird, Kinder bekommt und das Fantum weitervererbt.  Das Ziel der ESL ist jedenfalls klar: Sie will weltweit in den Top-5-Sportarten landen – und dabei Tennis oder die Formel 1 überholen.