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Betroffene Streamerinnen und Streamer sprechen von einem "Blutbad", weil die Gaming Plattform Twitch ohne Ankündigung Hunderte von Aufzeichnungen gelöscht hat.

Das Problem: Zur Kultur bei Twitch gehört, dass während des Games im Hintergrund Musik läuft. Das sind meist Stücke, die die Gamer selbst gerne hören – sie nutzen die Musik aber ohne die entsprechende Lizenz oder Erlaubnis zu haben.

Musikindustrie verlangt härteres Vorgehen

Bislang hat Twitch die Streams nach diesen Musikeinspielern gescannt und die urheberrechtlichen Stellen stumm geschaltet. Aber die Musikindustrie verlangt härtere Maßnahmen. Grundlage dafür ist der Digital Millennium Copyright Act, abgekürzt DMCA. Das ist ein amerikanisches Gesetz zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen im Netz. Darin ist festgelegt, dass Plattformen wie Youbtube oder Twitch eine Art Formular vorhalten müssen, auf denen betroffene Musikfirmen, Musikerinnen oder andere Urheber Verstöße melden können. Die Plattformen müssen die Vorwürfe dann prüfen.

Streams löschen geht schneller als prüfen

Weil das Prüfen aber sehr umständlich ist und viel Arbeit macht, gehen viele Plattformen wie Twitch dazu über, beanstandete Inhalte zu löschen und die entsprechenden Streamer zu verwarnen. Das betrifft nicht nur US-Streamer, sondern auch deutsche Twitch Creator wie MontanaBlack und Papaplatte, sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Martina Schulte. Für Streamerinnen, die hauptberuflich auf Twitch unterwegs sind, ist das Löschen existenzgefährdent.

"Um sich diesen Beef mit der Musikindustrie von der Backe zu halten, empfiehlt Twitch den Streamerinnen in einem offiziellen Statement, doch einfach den Sound stummzuschalten, um keinen Copyright-Strike zu riskieren."
Martina Schulte, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Twitch empfiehlt den Streamerinnen und Streamern sich stummzuschalten, um nicht in Konflikt mit dem Urheberrecht und der DMCA zu kommen. "Streamerin Jambo all the Way" protestiert dagegen und hat einfach alle ihre Sounds selbst gemacht.

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Twitch hat aber auch schon reagiert und stellt Streamerinnen mit dem Tool "Soundtrack" eine Library mit rechtefreier Musik zu Verfügung, die sie frei verwenden können, ohne eine Urheberechtsverletzung zu riskieren. Das finden nicht alle toll, weil sie viel lieber ihre Lieblingsmusik verwenden würden. Deshalb verhandelt Twitch nach eigenen Angaben bereits mit großen Plattenfirmen über mögliche Lizenzregelungen.