Auch Hochschulen müssen Energie sparen. Manche erwägen, die Weihnachtsferien zu verlängern. Kritik an dieser Option kommt unter anderem von Studierenden-Vertretungen.

Um an den Hochschulen Hörsäle, Seminarräume, Flure und Bibliotheken zu heizen und zu beleuchten, wird viel Energie benötigt. Um Energie zu sparen, könnte man die Unis einfach länger schließen.

Einen flächendeckenden Beschluss, die Weihnachtsferien zu verlängern, gibt es zwar noch nicht. Die Option wird gerade in einigen Bundesländern geprüft.

Geld sparen vs. Uni-Leben

Den Anfang hat vor drei Wochen Niedersachsen gemacht. Auf den Vorstoß des Kultusministers und des Wissenschaftsministers haben die Unis und Fachhochschulen zurückhaltend reagiert: Weil wegen Corona sehr viel digital gelehrt wurde, hätten viele Studierende in ihren drei, vier, fünf Semestern noch gar keinen wirklichen Unialltag erlebt.

Inzwischen sind die Energiepreise allerdings noch weiter gestiegen und auch andere Bundesländer – das Saarland, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt – erwägen, den Campus länger dicht zu machen.

Kehrseite: Teuer heizen daheim

Wenn die Hochschulen geschlossen bleiben, müssen die Studierenden stattdessen in der Regel bei sich zu Hause heizen. Es wäre also lediglich eine Verschiebung von Heizkosten ins private Portemonnaie, sagen Studierendenvertretungen.

"Wenn die Hochschulen geschlossen bleiben, müssen die Studierenden stattdessen bei sich zu Hause teuer heizen."
Armin Himmelrath, Journalist und Bildungsexperte

Wenn eine Hochschule komplett geschlossen ist, könnte das zu weiteren Problemen führen: Manche Studierende sind auf Bücher aus der Uni-Bibliothek angewiesen. Außerdem benötigen manche Studierende spezielle Räume, die ihnen zu Hause nicht zur Verfügung stehen, etwa ein Labor, in dem sie Versuche machen oder etwas berechnen können.

Länder erwarten Energieeinsparung

Einfach anordnen, die Weihnachtsferien nach hinten zu verlängern, können die Bundesländer nicht. Das müssen die Hochschulen selbst entscheiden. Doch die Länder können bestimmte Vorgaben machen – und in einigen Fällen ist das auch bereits geschehen.

"Rheinland-Pfalz und Bayern haben ihren Hochschulen mitgeteilt, dass dort im Winter 15 Prozent Energie eingespart werden sollen. Baden-Württemberg erwartet sogar eine Einsparung von 20 Prozent."
Armin Himmelrath, Journalist und Bildungsexperte

Rheinland-Pfalz und Bayern zum Beispiel haben ihren Hochschulen mitgeteilt, dass sie erwarten, dass dort im Winter 15 Prozent Energie gespart werden. Das sei im Grunde eine Anordnung, sagt der Bildungsexperte Armin Himmelrath. In Baden-Württemberg seien sogar 20 Prozent ausgegeben worden. Ohne die Hochschulen (teilweise) dichtzumachen, sei das kaum zu schaffen..

Örtliche Maßnahmen, um Energie zu sparen

Statt des komplette Shutdowns einer Hochschule gibt es auch weniger einschneidende Maßnahmen - und diese werden auch schon praktiziert:

  • An der TU Berlin zum Beispiel ist das Warmwasser abgestellt worden. Außer zum Beispiel in den Laboren, in denen es dringend gebraucht wird, gibt es kein warmes Wasser mehr zum Händewaschen.
  • In Hessen wollen die Hochschulen flächendeckend und landesweit auf 19 Grad Raumtemperatur runtergehen von bisher 20/21 Grad.
  • Unis mit schönen alten Gebäuden, etwa die Unis Bonn und Kassel, schalten abends früher die Außenbeleuchtung ab – und auch nachts bleibt sie aus.
  • Einzelne Unis erwägen, manche Labors vorübergehend stillzulegen, weil diese viel Energie verbrauchen.