Ulla Najwa Abdelhak lebt in Ramallah und arbeitet als Ärztin in Jerusalem. Sie ist Palästinenserin, hat aber eine deutsche Mutter. Sie war erst einmal im Gazastreifen - vor 20 Jahren - trotzdem sind ihr die Menschen dort sehr wichtig.

Jeden Tag fährt Najwa von Ramallah nach Jerusalem. Sie muss Checkpoints passieren und warten. Normalerweise dauert das eine bis anderthalb Stunden - manchmal länger. Dabei sind Ramallah und Jerusalem nur knapp 20 Kilometer voneinander entfernt. In Jerusalem arbeitet sie als Ärztin in einem Krankenhaus. Sie spricht deutsch, arabisch und hebräisch.

Seit der Entführung der drei israelischen Jugendlichen und deren Ermordung hat sich die Beziehung zwischen Palästinensern und Israelis, zwischen arabischen und jüdischen Israelis verschlechtert.

Wenig Verständnis auf beiden Seiten

Mit ihren jüdischen Kollegen spricht Najwa nur selten über den Konflikt - die Meinungen gehen häufig sehr weit auseinander. Stattdessen fühlt sie sich den Menschen in Gaza jetzt näher als zuvor.

"Der jetzige Krieg hat uns im Westjordanland mit den Leuten in Gaza enger zusammengebracht."
Najwa Abdelhak, lebt in Ramallah und arbeitet in Jerusalem

Solidarität für die Menschen im Gazastreifen

Es gibt in Ramallah und im ganzen Westjordanland Solidaritätsbekundungen für die Bevölkerung in Gaza. Die Menschen spenden Kleidung, Nahrungsmittel und Blut. Najwa würde gerne als Ärztin im Gazastreifen helfen. Sie darf aber nicht, weil das Gebiet seit acht Jahren komplett abgeriegelt ist.