Dass Geckos ziemlich schnell über Wasser sprinten können, das war klar. Aber bislang war nicht klar, wie die Tiere das machen. Ein Forscherteam hat dem Gecko beim Sprinten genau zugeschaut und hat eine Antwort – die Ergebnisse kennt Sophie Stigler aus unserer Wissensredaktion.

Dass Geckos über Wasser laufen können, das war bekannt. Aber nicht, wie die Tiere das machen. Das Rätsel konnte ein Team von Forschern in den USA lösen, die Ergebnisse wurden im Fachmagazin Current Biology veröffentlicht.

Das Gecko paddelt sich über das Wasser

Um das Geheimnis zu lüften, wurde eine Glaskiste mit Wasser gefüllt und ein Gecko darin platziert. Dann wurde das Tier erschreckt, sodass es von der einen auf die andere Seite flüchtete. Dabei sieht es so aus, als ob das Gecko über Wasser laufen könnte. "Beine und Schwanz bleiben zwar im Wasser, aber fast drei Viertel des Körpers sind oberhalb", sagt Sophie Stigler aus unserer Deutschlandfunk-Nova-Nachrichtenredaktion. Ohne das Spritzwasser würde der Oberkörper des Geckos trocken bleiben.

Das Forscherteam hat ein Video dazu veröffentlicht:

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Das funktioniert, indem die Geckos ganz schnell mit den Vorderfüßen paddeln und sich so quasi ihr eigenes Luftpolster schaffen. "Dabei sind die Füße mal über Wasser, mal unter Wasser", sagt Sophie Stigler. Mit jedem Paddeln schaufeln sich die Geckos Luft unter den Bauch – die Hinterbeine geben den Schub nach vorne.

"Die Geckos schaufeln sich Luft unter den Bauch. Es entsteht ein Luftpolster, auf dem sie dann auf der Wasseroberfläche vorwärts rutschen können."
Sophie Stigler, Deutschlandfunk-Nova-Nachrichtenredaktion

Kleine Tiere, Wasserläufer zum Beispiel, nutzen ebenfalls die Oberflächenspannung des Wassers. Sie haben fettüberzogenen Härchen, die ihnen dabei helfen, nicht zu sinken. Solche Härchen haben Geckos nicht, aber sie haben eine wasserabweisende Haut.

Ein Namibgecko schaut direkt in die Kamera. Es ist leicht rosafarben und hat große braun-schwarze Augen.
© Imago | imagebroker
Es gibt hunderte verschiedene Arten von Geckos. Sie zählen zu den Echsen und gehören zu den ältesten Tieren der Welt.

Um die Bedeutung der Haut zu untersuchen, haben die Forscher noch einen anderen Test gemacht: Sie haben die Geckos durch Seifenwasser laufen lassen. Doch Seife verringert die Oberflächenspannung von Wasser. Das bekamen auch die Tiere zu spüren: Sie kamen nur noch halb so schnell vorwärts und hatten Probleme, ihren Kopf über Wasser zu halten.

Nicht nur kleine Tiere können über Wasser laufen

Geckos und auch Wasserläufer sind eher kleine Tiere, was sicherlich hilft, wenn man über Wasser laufen will. Aber es gibt auch größere Echsen, die das können.

Zum Beispiel den Helmbasilisken, sagt Sophie Stigler. Die Echsenart lebt in Mittelamerika und wird bis zu 80 Zentimeter lang - wobei 50 Zentimenter davon Schwanz sind. Der Helmbasilisk kann auf seinen Hinterbeinen durch das Wasser laufen. Mit aufrechtem Körper und wedelnden Armen. "Die Füße tauchen tief ins Wasser ein und geben Schub nach vorne", sagt Sophie Stigler. Mit den Rändern seiner Füße kann der Helmbasilisk Luft sammeln, die ihm ähnlich dem Gecko extra Auftrieb liefert.

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