Wombats sind die einzigen – bekannten – Tiere auf der Welt, die eckige Kot-Würfel produzieren. Jetzt haben Wissenschaftler auch herausgefunden wie das funktioniert. Mithilfe der Kackwürfel können die Tiere übrigens kommunizieren.

Die Tierwelt bringt öfter Kuriositäten hervor. So auch der Wombat, der in Australien lebt und optisch ein wenig an einen Biber erinnert: Statt runder Kot-Würste scheidet er eckige Würfel aus. Für die Wissenschaft ist das ein Rätsel. Die Wombats können nämlich etwas, was kein anderes Tier auf der Welt kann. Aber warum?

Unterschiedlich starke Darmwände formen Kanten

Die Forscherin Patricia Yang an der Georgia Tech in Atlanta hat sich dieses Themas angenommen und unter anderem die Verdauungstrakte der Wombats untersucht. Sterben musste dafür kein Tier. Untersucht wurden nur solche, die nach einem Verkehrsunfall wegen der Verletzungen eingeschläfert wurden.

Das Ergebnis der Untersuchungen: Die Tiere haben unterschiedlich elastische und bewegliche Darmwände. So entsteht am Ende des Wombat-Darms die ungewöhnliche, aber praktische Würfelform.

"An manchen Stellen ist der Darm steifer. Das drückt die Kacke wahrscheinlich so zusammen, dass die Kanten vom späteren Würfel entstehen."
Sophie Stigler, Deutschlandfunk Nova

Eine weitere Eigenschaft der Wombats begünstigt die Entstehung eckiger Kot-Würfel: Sie verdauen gerne mal zwei Wochen lang. Das führt dazu, dass die Pflanzen, die die Wombats fressen, trocken und hart werden - und zwar so hart, dass die Kot-Würfel auch dann ihre Form behalten, wenn sie durch den runden Darmausgang gepresst werden.

Wozu das alles?

Dass die Ausscheidungen diese besondere Form annehmen, dient einem bestimmten Zweck: Wombats können nämlich schlecht gucken und kommunizieren unter anderem über den Duft ihres Kots. Sie hinterlassen täglich 80 bis 100 der kleinen Klötzchen, aufeinander gestapelt an gut einsehbaren Orten.

Der Vorteil der Würfel ist, dass sie nicht wegrollen. Und je höher und besser platziert der Haufen ist, desto eher wissen andere Wombats: Dieses Territorium ist abgesteckt. Hier habe ich nichts zu suchen.

Mehr zum Thema:

  • DNA im Hundekot: Die Kackspur verrät den Täter  |   Viele Hundebesitzer lassen ihren Hund auf den Gehweg kacken und räumen das Häufchen nicht weg. Der Londoner Stadtbezirk Barking will jetzt per DNA-Test den Hundebesitzer ermitteln und ihn zur Rechenschaft ziehen.
  • Das Tiergespräch: Iss doch Kacke  |   Tut uns leid, jetzt wird es ein wenig unappetitlich. Im Tierreich lässt sich manchmal ein Verhalten beobachten, das auf den ersten Blick ekelerregend anmutet: das Verzehren von Kot.