Viele Menschen, die derzeit aus der Ukraine flüchten, kommen am Berliner Hauptbahnhof an. Dort werden sie in Notunterkünften oder auch bei Privatmenschen untergebracht. Reporter Manfred Götzke berichtet von der großen Erschöpfung der Geflüchteten – aber auch von der großen Hilfsbereitschaft der Berliner.

Jeden Tag kommen nach Angaben des Berliner Senats bis zu 10.000 Geflüchtete aus der Ukraine in Berlin an. Die Berliner Bürgermeisterin Franziska Giffey hat bereits um Unterstützung gebeten, denn der Andrang auf die Hauptstadt breche nicht ab. Manfred Götzke hat mit den Geflüchteten vor Ort gesprochen.

"Eine hochschwangere Frau ist in Tränen ausgebrochen bei dem Gedanken, ihr Kind in der Notunterkunft zur Welt bringen zu müssen, während ihr Mann in der Ukraine kämpft."
Manfred Götzke, Deutschlandfunk Nova

Für eine andere Familie ist es die zweite Flucht: Sie sind bereits 2014 aus einer der sogenannten Volksrepubliken im Osten der Ukraine nach Kiew geflohen. Dort fühlten sie sich sicher – bis zu diesem Zeitpunkt.

Jetzt liegt eine einwöchige Reise nach Berlin hinter ihnen: Sie seien erschöpft, haben kaum geschlafen und seien froh, endlich angekommen zu sein. Doch für Viele ist das nicht möglich. Sie müssen weiterreisen, denn in Berlin ist der Andrang so hoch, dass die Plätze in den Notunterkünften nicht mehr ausreichen.

Viele freiwillige Helfer*innen

Begrüßt werden die Geflüchteten am Berliner Hauptbahnhof durch viele freiwillige Helfer*innen. Diese können sich bei der Berliner Stadtmission melden, bekommen eine Einweisung und legen dann los. Gesucht werden vor allem Menschen, die Russisch oder Ukrainisch sprechen, doch Englisch reicht auch aus.

"Nach der Ankunft werden die Geflüchteten von den Helfenden in ein großes Ankunftszelt gebracht. Dort können sie erst einmal zur Ruhe kommen und etwas essen."
Manfred Götzke, Deutschlandfunk Nova

In einem großen Ankunftszelt können die Geflüchteten erst einmal ankommen und etwas essen. Für Kinder gibt es auch einen Spielbereich, erzählt Manfred Götzke. Generell hat er den Eindruck, dass die vielen Helfer*innen die Geflüchteten warm und freundlich begrüßen. Dolmetscher*innen informieren die Ankommenden über ihre weiteren Möglichkeiten. Stündlich melden sich viele Freiwillige für Tages-und Nachtschichten an.

Kostenlose Tickets und Vermittlung

Nicht alle Menschen, die in Berlin ankommen, können dort bleiben. Einige der Geflüchteten haben bereits selbst ein Ziel, weil sie bei Verwandten in anderen deutschen Städten unterkommen können. Um sie zu erreichen, erhalten die Geflüchteten ein kostenloses Ticket am Schalter.

Alle, die keine privaten Kontakte in Deutschland haben und nicht wissen, wohin sie gehen sollen, werden weitgehend vermittelt, berichtet unser Reporter. Auf der Seite Unterkunft Ukraine können Privatleute eine Unterkunft anbieten und Geflüchtete nach einer Unterkunft suchen. Bald soll es aber auch eine zentrale Anlaufstelle im ehemaligen Flughafen Tegel geben.