Janna ist freie Autorin und hat ein Familienmitglied, das an Verschwörungsmythen über das Corona-Virus glaubt. Dass das Argumentieren mit Wissenschaft und Fakten letztlich wenig hilft, musste sie erst lernen. Im Gespräch erzählt sie uns, wie sie mit dem Konflikt umgeht.

Am Anfang hat Janna die Aussagen ihres Familienmitglieds noch nicht wirklich für bare Münze genommen. Dann versuchte sie gegen die absurden Verschwörungsmythen zum Corona-Virus vehement mit wissenschaftlichen Fakten gegenzuhalten. Funktioniert hat das nicht. Darum hat sie die Debatte mittlerweile aufgegeben.

"Ich habe versucht, logisch dagegen zu argumentieren. Später habe ich dann doch resigniert, als ich gemerkt habe, dass ich permanent vor eine Wand laufe."
Janna Meyer, hat ein Familienmitglied, das an Verschwörungsmythen glaubt
Ein Porträt von Janna.
© privat
Janna hat ein Familienmitglied, das an Verschwörungsmythen glaubt.

Dadurch, dass Janna von ihrem Familienmitglied ständig krude Video-Theorien über die Pandemie zugeschickt bekommen hat, sah sie sich dazu verpflichtet, die unbelegten Behauptungen zu widerlegen. "Am Ende hat das nicht viel gebracht. Aber für mich gab es den Impuls, dass ich dachte, dass ich dagegen argumentieren muss." Rückblickend glaubt Janna, dass es klüger gewesen wäre, der Gegenseite noch stärker zuzuhören. So hätte sie hinter die Kulissen schauen können, woher das Bedürfnis kam, den unbelegten Theorien überhaupt zu folgen.

"Man hat den Anspruch an sich selbst, dass man die Person schützen will, weil man nicht will, dass die Person noch tiefer reingerät."
Janna Meyer, hat ein Familienmitglied, das an Verschwörungsmythen glaubt

Dass Janna sich übrigens selbst gegen das Virus impfen ließ, habe zusätzlich "Blut, Schweiß und Tränen" verursacht. Als die Diskussionen mit dem Familienmitglied über das Impfen zu heftig wurden, hat Janna dann die Reißleine gezogen. Anstatt sich weiter mit Argumenten zu befeuern, hat sie ihrer Verwandtschaft trocken mitgeteilt, dass sich sich selbst impfen lassen wird. "Als ich gemerkt habe, dass die kruden Theorien ihren Peak erreicht haben, habe ich gemerkt, dass ich keinen Schritt vorwärtskomme."

Ihren finalen Umgang mit dem Konflikt beschreibt Janna als "sachlich" und "unterkühlt". Mittlerweile hat sie mit ihrem Familienmitglied vereinbart, dass das Thema Corona in jeglichen Gesprächen ausgeklammert wird. "Man redet über Uni, Arbeit, Freizeit - klassischer Small-Talk." Dadurch glaubt und hofft Janna, dass das Verhältnis trotz der unterschiedlichen Positionen wieder bergauf geht.

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