Öko-Fonds, die das Geld nach nachhaltigen Kriterien anlegen, sind immer noch Nischenprodukte. Aber es gibt sie, und sie sind durchaus rentabel.

Wir hatten vor ein paar Tagen über Geldanlage berichtet. Das Thema hat Interesse geweckt. Den Fragen nach ethisch korrekten Geldanlagen sind wir deswegen noch einmal nachgegangen. Soviel lässt sich sagen: Öko-Fonds, die das Geld nach nachhaltigen Kriterien anlegen, sind immer noch Nischenprodukte. Aber es gibt sie, und sie sind durchaus rentabel.

"Ich finde Fonds für mich schwierig, weil ich nicht durchblicke, ob das Geld auch in faire Projekte gesteckt wird - fair für Mensch, für Tier und Natur."

Fonds zählen zu den transparentesten Geldanlagen überhaupt, sagt Karin Baur von Finanztest Berlin. Allerdings sei es ein bisschen mühsam, dahinterzusteigen, wo das Geld genau hinfließt. "Wer wissen will, was die Anlagekriterien von einzelnen Fonds sind, der muss sich ein bisschen bemühen", so Baur.

Jeder Fonds-Manager kocht sein eigenes Süppchen

Von insgesamt 18.000 Fonds, die Finanztest Berlin getestet hat, gehören nur ein paar hundert in die Kategorie "nachhaltig". Es gibt natürlich auch noch andere Kategorien, zum Beispiel können wir Tagesgeld bei Banken anlegen, die darum bemüht sind, nach ethisch korrekten Prinzipien zu arbeiten.

"Der Nachteil ist, man hat bei Fonds etc. keinen Einfluss darauf, welche Unternehmen man mit seinem Geld unterstützt."

Die Auswahl der Aktien übernimmt übrigens ein Fondsmanager. Je nach dem wie der Fonds aufgebaut ist, gibt es manchmal auch einen Anlegerbeirat. Dann wählen die Mitglieder nach ethisch-ökologischen Richtlinien aus, welchen Aktien infrage kommen. In diesem Fall wählt anschließend der Fondsmanager nur noch nach ökonomischen Kriterien aus, denn am Ende soll mit der Geldanlage ja auch Gewinn gemacht werden.

"Mit Aktien kann man auch ganz trefflich Geld verlieren."

Karin Baur sagt, Finanztest Berlin habe das mal getestet, mit welchen Fonds man mehr gewinnt oder verliert. Das Ergebnis: Mit herkömmlichen Fonds waren größere Gewinne, aber gleichzeitig auch größere Verluste drin. Nachhaltige Fonds haben sich eher in der Mitte bewegt.

Der Begriff "nachhaltig" kommt ursprünglich aus der Forstwirtschaft: Man fällt nur so viele Bäume, wie auch nachwachsen können. Auf Fonds übertragen bedeutet das, dass natürlich ökonomische Kriterien eine Rolle spielen - allerdings in Einklang mit ökologischen, ethischen und sozialen Aspekten.