Gemeinsam mit dem Partner, der Partnerin oder Freund*innen kochen klingt für viele von uns nach einer tollen Freizeitbeschäftigung, doch es klappt nicht immer. Mit den Tipps von der Psychologin und Paartherapeutin Nadine Pfeiffer gibt es künftig keine Probleme mehr.

Der eine macht nach jedem Arbeitsschritt alles direkt sauber, bei der anderen sieht die Küche nach dem Kochen hingegen aus, als hätte dort seit Monaten niemand mehr aufgeräumt. Wir alle sind unterschiedliche Menschen, mit verschiedenen Vorlieben und Routinen – auch in der Küche.

"Beim Kochen kommen sehr viele Aspekte zusammen, die für Reibung sorgen können."
Nadine Pfeiffer, Psychologin und Paartherapeutin über gemeinsames Kochen

Und so wundert es nicht, dass wir mit manchen Menschen lieber zusammen kochen als mit anderen. "In der Küche arbeitet man sehr eng zusammen und muss sich sehr gut abstimmen", sagt die Psychologin und Paartherapeutin Nadine Pfeiffer. "Man muss sehr viel Rücksicht auf andere Menschen nehmen." Das hat zur Folge, dass es dort auch sehr viel Reibungspotenzial gibt. Doch mit ein paar einfachen Tricks können wir das minimieren.

Wie wir verhindern können, dass es kracht

  • Regeln festlegen:
    Die Psychologin rät, nicht einfach draufloszukochen, sondern vor dem Start ein paar Regeln auszumachen. Das kann zum Beispiel eine klare Rollenverteilung sein. Wer hat dieses Mal das Sagen? Wie sind die Aufgaben verteilt und wer hat welchen Arbeitsbereich? All diese Fragen können wir im Vorfeld eines Kochabends klären.

  • Schauen, woher die Konflikte wirklich kommen:
    Ein kritischer Punkt in jeglicher Art von Beziehung ist dann erreicht, wenn innerhalb der Küche Machtkämpfe ausgetragen werden, sagt Nadine Pfeiffer. Beispielsweise: "Ich möchte nicht nachgeben, nur weil du mir etwas sagst", erklärt sie.

    "Wenn solche Themen, die auch außerhalb der Küche eine Rolle spielen, aufkommen, dann sollte man ein bisschen genauer hinschauen." In derartigen Situationen sollten wir uns fragen, welches Thema und damit verbunden, welche emotionalen Grundbedürfnisse hinter derartigen Aussagen stehen.

  • Miteinander reden:
    Wie immer im Leben hilft es auch beim Kochen miteinander zu reden. "Ich finde das eine sehr gute Lösung, wenn man dem anderen erklärt: Mich macht das wahnsinnig, wenn hier einer mit mir rumpfuscht. Ich möchte lieber für dich kochen. Du brauchst kein schlechtes Gewissen deswegen zu haben", sagt die Paartherapeutin.

    In einer Beziehung können beide auch regeln, dass entweder der eine oder die andere kocht, um Konflikten aus dem Weg zu gehen. "Eine Beziehung scheitert ja nicht daran, weil man nicht zusammen kocht", sagt sie.