Er ist ein wahrer Erfindergeist - Karl von Drais. Neben vielen anderen Dingen baut er 1817 das erste Laufrad: eine schwere Laufmaschine aus Holz mit zwei Rädern, Sattel und Lenkstange, angetrieben durch die Laufbewegungen der Beine. Daraus entwickelt wird das Fahrrad, das aus unserer Welt nicht mehr wegzudenken ist.

Karl von Drais wird Ende April 1785 in Karlsruhe geboren. In dieser Zeit gibt es Pferde und Kutschen als Fortbewegungsmittel. Das Leben ist beschaulich in der Markgrafschaft Baden, wo Karl von Drais aufwächst. Er ist ein mittelmäßiger Schüler und absolviert später eine Forstlehre bei seinem Onkel.

Danach wird er badischer Forstmeister, übt diesen Beruf aber nie aus, sondern wird in jungen Jahren schon pensioniert und erhält eine Ernennung zum Professor für Mathematik. Von da an kann er seinen wahren Fähigkeiten freien Lauf lassen.

Erfindergeist Karl von Drais

Zuerst erfindet er ein Feuerlöschgerät, dann eine Kochmaschine und eine Schnellschreibmaschine. 1813 entwickelt Karl von Drais einen "Wagen ohne Pferd". Dieses vierrädrige Ungetüm muss mit einer Kurbel angetrieben werden und rollt so gemächlich vorwärts.

Karl Friedrich Christian Ludwig Freiherr Drais von Sauerbronn, geboren 1785 in Karlsruhe, wo er auch starb (Sterbedatum unbekannt).
© IMAGO / Becker&Bredel
Karl von Drais

Aber sein Erfindergeist entwickelt den Wagen weiter. 1817 stellt Karl von Drais eine Laufmaschine vor, die aus zwei Holzrädern, einem Holzrahmen und einem Sattel besteht, der am hinteren Teil der Laufmaschine angebracht ist. Das Gefährt wird mit einer Lenkstange nach rechts und links gesteuert. Geschwindigkeit wird dadurch gewonnen, dass der Fahrer sich mit beiden Beinen abwechselnd vom Boden abstößt.

Vorläufer unseres heutigen Fahrrads

Zwar fehlen in dieser ersten Version eines Fahrrads noch eine Kette und zwei Pedale, mit deren Hilfe die Kraft der Beinmuskulatur in Geschwindigkeit umgewandelt werden kann, aber es gilt als der Vorläufer der heutigen Räder. Seit damals ist das Fahrrad als Fortbewegungsmittel und als Sportgerät weltweit nicht mehr wegzudenken.

Ihr hört in Eine Stunde History:

  • Die Historikerin Anne-Kathrin Ebert vom Technischen Museum Wien hat einen europaweiten Vergleich über die "radelnden Nationen" angestellt.
  • Roland Huhn vom Allgemeinen Deutschen Fahrradklub ADFC erklärt, was im öffentlichen Raum noch getan werden muss, um mehr Menschen zum Radfahren zu bewegen.
  • Deutschlandfunk-Nova-Geschichtsexperte Matthias von Hellfeld erläutert die Zeit, in der Karl von Drais seine Entwicklungen machte.
  • Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Grit Eggerichs lässt die Entwicklung der Laufmaschine Revue passieren.