Die Energiepreise steigen – und in der Folge auch viele andere Produkte. Zum Beispiel Gurken, die mit einem Lastwagen aus Spanien zu uns gefahren werden. Oder auch die Gurken, die bei uns in einem Gewächshaus wachsen, das geheizt werden muss. Die Preissteigerungen sind zum Teil sehr heftig. Wer dem entgegenwirken möchte, kann selber Gemüse anpflanzen. Einiges wächst sogar auch schon auf einem kleinen Balkon. Wir haben mit Alexander Winkler von "Die Gemüsegärtner" darüber gesprochen, welches Gemüse sich dafür eignet.

Im Gemüseanbau sei vieles möglich, sagt Alexander Winkler, aber natürlich hängt auch viel von der Witterung ab. "Jetzt sind wir schon an einem Punkt, wo so ganz frühe Kulturen die Zuhause vorgezogen werden müssen – wie Tomaten und so – dass man da selber mit Saatgut nicht mehr starten muss", sagt der Gärtner.

"Tomaten kann man jetzt besser als Jungpflanzen kaufen."
Alexander Winkler von "Die Gemüsegärtner"
Wer jetzt erst beginnt, Tomaten aus Kernen heranzuziehen, muss noch recht lange darauf warten, bis die erste Früchte verspeist werden können. Schneller geht es, wenn wir jetzt die bereits vorgezogenen Pflanzen kaufen. Dann ernten wir vielleicht schon im Mai – und nicht erst im Juli.

Die Eisheiligen abwarten

Mitte Mai sind die sogenannten Eisheiligen. Danach ist die Frostgefahr statistisch so gering, dass ab diesem Zeitpunkt alles gepflanzt und rausgestellt werden kann. Alexander Winkler sagt, wir können aber auch mutig sein und etwas früher schon einige Pflanzen raussetzen: "Ansonsten, wenn die Pflanzen schon ein bisschen gewachsen sind, mit Vlies abdecken, falls noch mal ganz kalte Nächte kommen sollten."

"Geeignetes Gemüse für die Aussaat auf dem Balkon sind auf jeden Fall Radieschen oder auch Spinat", sagt Alexander Winkler. Da könne wenig schief gehen, "und da hat man auch relativ schnell und viel Freude dran."

Möhren und Mangold sind eher was für Fortgeschrittene

"Mangold neigt er dazu, dass er irgendwann sehr groß wird", sagt der Gärtner. Da müsse man dann ab einem bestimmten Zeitpunkt regelmäßig ernten. Für Möhren braucht es tiefere Blumenkästen, damit sie Platz haben, ihre Wurzeln nach unten auszustrecken.

Wer klein anfangen möchte, dem rät Alexander Winkler zum Balkon-Klassiker: Kräuter, wie Petersilie, Schnittlauch oder Koriander. "Das gelingt meist, und die kann man ganz einfach in den Kasten säen."

Da auf dem Balkon nicht so viel Platz ist, rät Alexander Winkler zu Pflanzen, deren Wuchs sich einigermaßen im Zaum halten lässt, etwa Pepperoni. "Oder kleine Gurken, die man einlegen kann oder Mini-Snackgurken“, schlägt er vor. Auch Buschtomaten gehen nicht so sehr in die Höhe, dafür etwas mehr in die Breite.

"Probieren geht über Studierenden im Gärtnern."
Alexander Winkler von "Die Gemüsegärtner"

Kohlrabi, Sellerie, Rotkohl, Blumenkohl oder Brokkoli findet der Gärtner nur bedingt geeignet für den Balkon. Erstens benötigen diese Pflanzen viel Platz, aber auch viele Nährstoffe. "Und die gelingen meist auf dem Balkon oder im kleinen Kasten nicht.“ Wer eine Dachterrasse oder einen etwas größeren Balkon hat, könnte es mit Erbsen versuchen. Die brauchen allerdings einen Halt, an dem sie hochranken können. „Und da stößt man auch meistern an die engen Grenzen eines Balkons“, so Alexander Winkler.