Kreativ und ein bisschen verrückt. Dass diese Verbindung kein Zufall ist, haben Forscher in einer groß angelegten Studie nachgewiesen: es gibt einen genetischen Zusammenhang.

Es ist kein Gerücht mehr: Genie und Wahnsinn hängen wirklich zusammen, hat ein internationales Forscherteam in einer Massen-Analyse festgestellt. Zunächst untersuchten sie 86.000 Isländer, um zu überprüfen, wie viele Menschen durchschnittlich ein Gen in sich tragen, das für ein erhöhtes Risiko für Psychosen sorgt.

Normal kann jeder

Im zweiten Schritt schauten sich die Wissenschaftler die Ergebnisse nur von Künstlern an - Maler, Bildhauer, Musiker, Tänzer, Schriftsteller. Das Ganze wiederholten sie außerdem in weiteren Staaten. Über alle Ländergrenzen hinweg zeigte sich, dass bei Kreativen das gefährliche Gen-Merkmal mit einer 17-25 Prozent höheren Wahrscheinlichkeit vorlag. Dass es hier einen Zusammenhang gibt, war zwar nicht ganz neu. Bislang konnte man aber nicht ausmachen, ob es an der Herkunft, Sozialisation oder den Genen liegt.

Beispiele für verrückt-geniale Künstler gibt es genug (auch über alle Ländergrenzen hinweg). Vincent van Gogh schnitt sich im Wahn ein Ohr ab, Franz Kafka war magersüchtig und Action-Painter Jackson Pollock tickte in psychotischen Phasen schon mal aus. Nicht umsonst sagt man, dass Künstler ihr Innerstes nach außen kehren. Spannend an Kunst ist schließlich auch, dass sie anders, wild, rätselhaft ist. Normal kann jeder.

Andersherum belegt die Studie damit indirekt auch: nicht jeder Künstler hat eine psychische Störung. Für eine andere Erkenntnis braucht man hingegen eigentlich gar keine Studie - Kunst und Künstler gehören zur Gesellschaft dazu.