Forscher in den USA haben es geschafft, dass sich menschliche Stammzellen in einem Schweinembryo vermehren. In Zukunft wollen sie auf diesem Weg menschliche Organe für Transplantationen züchten.

Im biologischen Sinn ist eine Chimäre ein Organismus, der aus Zellen besteht, die nicht alle von derselben befruchteten Eizelle abstammen. Forscher vom Salk Institute for Biological Studies in Kalifornien haben in einem Versuch menschliche Stammzellen in rund 2500 Schweinembryos gespritzt, und diese dann wieder Muttersauen eingepflanzt.

Grenze zwischen Schwein und Mensch verschwimmt

Nach vier Wochen haben sie die Entwicklung der noch nicht lebensfähigen Embryonen gestoppt und die Zusammensetzung der Zellen untersucht: Nur eine unter zehntausend Zellen stammte von den menschlichen Stammzellen ab, der Rest bestand aus Schweinezellen. Damit konnten die Forscher zeigen, dass es überhaupt möglich ist, menschliche Zellen in einem artfremden Umfeld zu vermehren.

Schweineembryo
Vier Wochen alter Schweineembryo, der menschliche Zellen enthält

Die genaue Analyse der Zelltypen, die von den menschlichen Zellen abstammen, hat ergeben, dass es sich dabei um Muskelzellen und Vorstufen von Organen, wahrscheinlich aber nicht um Nervenzellen gehandelt hat. Kritiker solcher Versuche sehen generell die Gefahr, dass Chimären aus Mensch und Tier zu menschlich sein könnten und keine eindeutige Artengrenze mehr auszumachen ist.

Schweine sollen menschliche Organe für Transplantationen liefern

Ziel der Forschung ist, in Zukunft ganz gezielt menschliche Organe für Transplantationen in Schweinen heranzuzüchten, die vom Empfänger nicht abgestoßen werden, weil sie aus menschlichen Stammzellen hervorgegangen sind.

Bei einer Chimäre aus Ratte und Maus hat das bereits funktioniert. Mäuseembryos wurden dazu gebracht, aus Rattenstammzellen Organe wie Bauchspeicheldrüse und Gallenblase zu bilden.

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