Dackel, Schäferhund oder Windhund könnten kaum unterschiedlicher aussehen. Dennoch gehen sie alle auf die gleiche Linie von Wölfen zurück. Vor mehr als 10.000 Jahren gab es dagegen eine viel größere Vielfalt von Hunden.

Seit mindestens 15.000 Jahren führen wir Menschen Hunde als Haustiere wie Forschende im Forschungsmagazin Science schreiben. Schätzungen gehen sogar von 25.000 bis 40.000 Jahren aus. Wir Menschen haben also schon Hunde gehalten, als wir noch als Jäger und Sammler unterwegs waren. Damit begleiten die Tiere uns schon länger als Nutztiere wie Rinder oder Schäfer.

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In der Studie wurde auch klar: Die genetische Vielfalt der Hunde war damals viel größer als sie es heute ist. Unsere Hunde heute gehen laut der Forschenden alle auf die gleiche Abstammungslinie von Wölfen zurück, die heute bereits ausgestorben sind. Vor 11.000 Jahren haben die Forschenden dagegen fünf verschiedene Abstammungslinien erkennen können. Dazu haben die Forschenden das Erbgut von 27 Hundeskeletten unterschiedlichen Alters untersucht, die teilweise bis zu 11.000 Jahre alt waren.

"Nach dem heutigen Stand der Wissenschaft gehen alle Hunde heute auf eine einzige Linie von Wölfen zurück, die mittlerweile wahrscheinlich ausgestorben ist."
Sabrina Loi, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Wann genau die allerersten Hunde domestiziert wurden, kann diese Studie nicht beantworten. Die Forschenden sagen aber, dass ihre Ergebnisse die These unterstützen, dass der Hund nur einmal domestiziert wurde und sich dann zusammen mit dem Menschen ausgebreitet hat.

Unterschiedliche Verbreitung der Hunde-Arten

Anhand der Knochenproben der 27 Skelette verfolgten die Forschenden nach, wie sich das Erbgut der Hunde damals gemischt und verbreitet hat. Dabei hat sich beispielsweise gezeigt, dass die ersten Hunde in Europa ihren Ursprung im Nahen Osten und in Sibirien hatten. Sie stammten also auch schon von zwei sehr unterschiedlichen Hundepopulationen ab.

"Die ersten Hunde, die es hier in Europa gab, hatten ihren Ursprung im Nahen Osten und Sibirien."
Sabrina Loi, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Die Menschen sind aber nur teilweise für die Verbreitung der Hunde-Rassen verantwortlich. Beispielsweise haben die jungsteinzeitlichen Bauern, die aus Anatolien nach Europa gekommen sind, ihre Hunde mitgenommen und so auch deren Erbgut verteilt. Das konnten die Forschenden herausfinden, da sie das Erbgut der Menschen mit in die Untersuchungen einbezogen haben. Manchmal haben die Hunde ihre Menschengruppe auch als Handelsware gewechselt.

Die heutigen Hunde stammen aus Schweden

Vermutlich zu Beginn der Bronzezeit hat sich dann die Art durchgesetzt, auf die unsere heutigen Hunde zurückzuführen sind. Ihre Abstammungslinie hat ihren Ursprung im südlichen Schweden. Diese Hunde haben ihre Gene dann auf dem ganzen Kontinent verbreitet und die vorherige Genvielfalt ausgelöscht.

"Wahrscheinlich etwa zu Beginn der Bronzezeit setzte sich dann eine Abstammungslinie durch – nämlich genau diese Hunde aus Schweden. Die haben dann ihre Gene auf dem ganzen Kontinent verteilt und die vorherige Vielfalt ausgelöscht."
Sabrina Loi, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Warum sich genau diese Linie durchgesetzt hat, können die Forschenden nicht beantworten. Möglicherweise haben die Menschen bestimmte Hundearten bevorzugt. Eine andere Überlegung ist, dass die Hunde-Rassen unterschiedlich anfällig für Krankheiten waren.